Foto: Schmalz
Aluminium-Krane im Aufwärtstrend

Das Segment kleinerer Traglasten von unter einer Tonne entwickelte sich in den letzten Jahren sehr dynamisch.

Der Vakuum- und Handhabungstechnik-Spezialist J. Schmalz präsentierte bereits 2006 ausgereifte Leichtkransysteme aus Aluminium und verzeichnet in diesem Bereich ein kontinuierliches Wachstum. 

 

Die Handhabung von Lasten mit einem Gewicht von unter einer Tonne findet in nahezu allen Logistikprozessen statt. Dementsprechend vielfältig sind die Anwendungsbereiche für Leichtkransysteme. Darüber hinaus ist die stetig wachsende Logistikbranche ein wichtiger Technologietreiber. Sie ist geprägt von hoher Umschlagsgeschwindigkeit und steigendem Lieferdruck. In Lagerhallen und Versandhäusern werden vorwiegend Waren und Güter im unteren Traglastbereich bewegt. Gefragt sind hier handgeführte Kransysteme für den schnellen Umschlag. Aber auch in Produktions- und Montageprozessen sind die leichtgängigen Hebehilfen unerlässlich. „Wir decken mit unseren Lösungen sämtliche Bereiche ab. Großes Potenzial für Aluminium- Kransysteme sehen wir zum Beispiel in der Automobilbranche, die als Vorreiter bei der ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen gilt“, skizziert Klaus-Dieter Schwabenthan, bei Schmalz verantwortlich für den Geschäftsbereich Handhabungssysteme.

 

Ergonomie im Fokus


Eben diese Arbeitsplatz- Ergonomie wird für Mitarbeiter wie Unternehmen immer wichtiger. Denn die demografische Entwicklung in vielen Industrieländern ist geprägt von steigender Lebenserwartung einerseits und sinkenden Geburtenraten andererseits. Mit gravierenden Folgen für die Arbeitswelt: Das Durchschnittsalter von Arbeitnehmern steigt weiter an. Gleichzeitig wird es für Unternehmen immer schwieriger, geeignete Nachwuchskräfte zu finden. Diese strukturellen Veränderungen erfordern ein Umdenken. Immer wichtiger werden die Themen Ergonomie und Gesundheitsschutz. Insbesondere an Arbeitsplätzen in der Logistik mit schnellen und häufigen Warenumschlägen sind Mitarbeiter hohen Belastungen ausgesetzt. Deshalb müssen diese Arbeitsplätze möglichst gesundheitsschonend gestaltet sein. Arbeitnehmer sollen nämlich auch in zehn oder 20 Jahren noch in der Lage sein, ihre Tätigkeit ohne Beeinträchtigung und effizient auszuüben. Dies erhöht den Bedarf an ergonomischen Handhabungslösungen.

 

Maßgeschneiderte Kransysteme


Krane im Allgemeinen und Krane aus Aluminium im Speziellen können einen wichtigen Beitrag zur Entlastung von Mitarbeitern leisten. Dabei steht nicht die maximale Traglast der Krananlage im Vordergrund, sondern vielmehr eine an die Handhabungsaufgabe angepasste Traglast. „Kunden verlangen von Kranherstellern heute Lösungen, die individuell für ihre räumlichen Gegebenheiten und speziellen Anwendungen maßgeschneidert sind“, sagt Klaus-Dieter Schwabenthan. Aluminium-Krane sind leicht zu bedienen und dennoch robust und einfach im Handling. Schwabenthan rechnet vor: „Der nötige Kraftaufwand zum Verfahren der Last ist bei Alu-Kranen nur etwa halb so hoch wie bei vergleichbaren Systemen aus Stahl. Diese Leichtgängigkeit erreichen wir durch eine optimale Masse-Traglast-Relation.“ Das Risiko von Verschleißerscheinungen des Muskel-Skelett-Apparates und Verletzungen durch Überbelastung sinkt. Die ergonomischere Arbeit beugt auch schneller Ermüdung vor. Mitarbeiter sind leistungsfähiger, wodurch die Produktivität steigt.

 

Ergonomische Bedienung


Um die Ergonomie der Anlagen weiter zu optimieren, haben die Kran-Experten aus Glatten einzelne Komponenten genau untersucht. Zunächst wurde der Transporthänger unter die Lupe genommen. „Die Geometrie war bisher hauptsächlich fertigungstechnisch bestimmt und schrieb einen Rollendurchmesser von 50 Millimeter vor. Wir haben das Design geändert und können jetzt breitere Rollen mit einem größeren Durchmesser einsetzen“, beschreibt Schwabenthan. Dadurch lassen sich Lasten einfacher in Bewegung bringen, Fachleute sprechen von einer geringeren Losbrechkraft. Auch das Verfahren der Last ist leichter geworden. Klaus-Dieter Schwabenthan vergleicht dies mit Fahrrädern: Ein Rad mit 28-Zoll-Bereifung lässt sich kräftesparender fahren als ein 24-Zoll-Rad. Dies reduziert zusätzlich den Verschleiß, weil die Laufleistung pro Rad geringer ist.


Schmalz hat nach intensiven Tests auch das Aluminium-Profil seiner Anlagen verändert. Die neue Variante ist durch eine vertikale Abstützung in der oberen Hohlkammer deutlich belastbarer. „Sie nimmt vertikale Kräfte nach unten wie nach oben besser auf und biegt sich weniger durch“, sagt Schwabenthan. Dadurch ergeben sich nicht nur Vorteile in Anwendungen mit hohen vertikalen Kräften, wie beispielsweise bei Manipulatoren für Montagearbeiten im Automobilbau. Anwender können in vielen Fällen ein kleineres Profil wählen oder den Aufhängeabstand vergrößern. In beiden Fällen sinken die Systemkosten. Ein modulares Deckenabhängungssystem ermöglicht die einfache Anbindung von Krananlagen an bestehende Gebäudestrukturen. Darüber hinaus hält der flexible Baukasten laut Schmalz vielfältige Möglichkeiten zur Umsetzung von individuellen Anforderungen bereit. Gute Voraussetzungen also für ein weiteres Wachstum im Markt für Leichtkransysteme.

www.schmalz.com

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Beitrag aus dhf 5.2015

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