Foto: Demag
Modulare Krantechnik 

Bei der Planung seines neuen Werks in Kaufbeuren setzte der Hydraulikspezialist Hawe konsequent auf Ergonomie.

Bei der Krantechnik wählte dafür Hawe das Demag-Leichtkransystem KBK Aluline, das sich durch sein geringes Eigengewicht, sehr gute Leichtlaufeigenschaften und eine große Systemvielfalt auszeichnet. 

 

Vom einfachen Handventil bis zur anschlussfertigen Systemlösung: Produkte von Hawe Hydraulik werden weltweit in über 70 Branchen eingesetzt. In Werkzeugmaschinen ebenso wie in Mobilkranen, Baumaschinen, im Schiffbau, in der Materialflusstechnik, in Windkraft- und Solaranlagen. Mit dem größten Investitionsprojekt seiner mehr als 60-jährigen Firmengeschichte errichtete das inhabergeführte Familienunternehmen aus München einen neuen Produktionsstandort in Kaufbeuren im Allgäu.


Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde das neue Werk mit einer Bruttogeschossfläche von rund 50 000 Quadratmeter und einer Produktionsfläche von 30 000 Quadratmeter im September 2014 eingeweiht. Die Kernkompetenz des neuen Werks besteht in der Herstellung von Ventilblöcken und Wegeschiebern sowie der automatisierten Baugruppenmontage. Dazu wurde die Fertigung und Montage des umsatzstarken PSL-Proportional-Wegeschieberventils von mehreren Standorten auf ein Werk konzentriert.


Das neue Produktionsareal im Allgäu bietet genügend Platz, um alle erforderlichen Produktionsschritte vom Rohmaterial bis zum fertigen Produkt an einem Standort abzubilden: vom Wareneingang über Vorfertigung, Dreh- und Blockfertigung, Oberflächenbearbeitung, Montage bis zum Warenausgang.

 

Flexible Produktionskapazitäten bei hoher Fertigungstiefe


Mit schlanken Produktionsprozessen kann Hawe dabei flexibel auf schwankende Auslastungen reagieren und Produkte in Losgröße eins wie auch in hoher Serie fertigen. Aktuell sind 360 Mitarbeiter der weltweit 2 100 Mitarbeiter und 45 Auszubildende am neuen Standort beschäftigt. Ein wesentliches Merkmal des neuen Werks von Hawe besteht neben der Energieeffizienz in der umfassenden Gestaltung nach ergonomischen Grundsätzen. Dazu gehören höhenverstellbare Montageplätze ebenso wie der Einsatz von Lean Liftern. Für das Handling und den Transport wurden modulare Kransysteme installiert, mit denen Stahlteile und Bauteilgruppen gehoben und befördert werden. Dazu Johannes Kaiser, Projektverantwortlicher im Bereich Handhabung und Montagetechnik bei Hawe Hydraulik: „Unser neues Werk in Kaufbeuren wurde vollständig nach ergonomischen Gesichtspunkten ausgerichtet. Von der Anordnung der Gebäude über die tageslichtgesteuerte LED-Beleuchtung bis zur akustischen Ausstattung haben wir für unsere Mitarbeiter ein angenehmes Arbeitsumfeld geschaffen. Denn eine ergonomische Arbeitsgestaltung hat direkte Auswirkungen auf die Produktivität. Die Vorgaben der Ergonomie gelten dabei selbstverständlich auch für die installierte Kran- und Handhabungstechnik.“


Die Krananlagen sind exakt auf die Produktions- und Montageprozesse im Hawe-Werk Kaufbeuren abgestimmt. Sie übernehmen die Aufnahme, den handgeführten Transport und die genaue Positionierung einzelner Bauteile oder komplex montierter Baugruppen. Dazu entschied sich der Hydraulikspezialist für das Demag-Leichtkransystem KBK Aluline, das die zuvor definierten Anforderungen vollständig erfüllt.


KBK Aluline ist ein modulares Leichtkransystem, mit dem sich nach dem Baukastenprinzip Hängekrananlagen und Einschienenbahnen passgenau konfigurieren lassen. Dazu stehen sechs Aluminiumprofile in vier Baugrößen zur Verfügung, die für Traglasten bis zu 2000 Kilogramm ausgelegt sind. Das geringe Eigengewicht der Aluminiumprofile in Verbindung mit den optimierten Leichtlauf- Fahrwerken macht die Krane sehr leicht von Hand verfahrbar und bietet die bestmögliche Unterstützung für ermüdungsarmes Arbeiten. Selbst schwere, unhandliche Lasten lassen sich schnell und mit extrem geringem (Kraft-)Aufwand bewegen und abbremsen.


Johannes Kaiser erläutert die Entscheidung: „Wie bei der gesamten Werkplanung haben wir auch bei der Krantechnik größten Wert auf Ergonomie gelegt. Deshalb messen wir dem Eigengewicht des Kranprofils und dem Leichtlauf der Krantechnik große Bedeutung zu. Daneben spielt der Systemgedanke des Baukastenprinzips für uns eine wesentliche Rolle. Denn damit werden die gezielte Planung der Schnittstellen sowie die bei geändertem Produktionslayout erforderlichen Anpassungen ermöglicht.


Auch gestalterische Gesichtspunkte waren mitentscheidend für die Systemwahl. Das KBK-Aluline-System fügt sich optisch sehr gut in die Umgebung mit dem Alu-Profilbau der HAWE-Montageinseln und Prüfständen ein. Und letztlich haben wir auch bei Extraausführungen, wie einer Sonderlackierung, die Termintreue unseres Lieferanten entsprechend hoch bewertet.“

 

Einfache Konfiguration durch Systembaukasten


Die Planung und Installation der kompletten Krantechnik bei Hawe übernahm die ebenfalls in Kaufbeuren ansässige Markthaler GmbH. Das auf Stahlbau spezialisierte Unternehmen zählt zu den zertifizierten Demag-Vertragshändlern. Florian Weinbrenner, Projektleiter bei Markthaler, unterstreicht die universellen Einsatzmöglichkeiten des KBK-Aluline-Systems: „Der Systembaukasten bietet mit seiner modularen Struktur die Basis für zahlreiche Hub- und Transportlösungen. Dank des Planungstools KBK-Designer lassen sich die Anlagen einfach und schnell konfigurieren, einschließlich der Erstellung von statischen Berechnungen, Stücklisten und technischen Zeichnungen. Damit können wir auf die Anforderungen unserer Kunden schnell und umfassend reagieren.“


Die Krananlagen sind bei Hawe Hydraulik direkt an den Stahlbau der Hallenkonstruktion installiert. Mit der systemeigenen KBK-Aufhängung lassen sich die Kranbahnen millimetergenau ausrichten. Durch das geringe Eigengewicht der KBK-Aluline-Profile und durch ihre hohe Steifigkeit sind Aufhängeabstände von bis zu acht Meter realisierbar. Das reduziert den Planungsaufwand und spart Kosten für zusätzlichen Stahlbau.


An einem Montagebereich sind die Arbeitsplätze beispielsweise auf einer Länge von 14 Meter mit Profilbahnen überkrant. Die beiden mit einem Abstand von 5,40 Meter installierten Kranbahnen bestehen aus dem Profil A 18-R mit innenliegender Schleifleitung. Durch diese sichere und effiziente Form der Energieübertragung entfallen zusätzliche Anbauten für die Stromzuführung, und durch die Vermeidung von Kabeldurchhängen wird ein effektiver Gewinn an Bauhöhe erzielt. Diese Vorteile überzeugten auch die Projektverantwortlichen bei Hawe Hydraulik. An diesen Bahnen verfahren zwei Einträger-Hängekrane mit identischem Profiltyp. Die innenliegenden Kunststofflaufrollen der Krane fordern dem Benutzer nur sehr geringe Verfahrkräfte ab und ermöglichen einen sehr leisen und ruhigen Lauf. Die 6,40 Meter langen Kranbrücken weisen einen beidseitigen Überstand von jeweils 0,50 Meter auf. Damit ist sichergestellt, dass auch die Montage- und Bereitstellungsflächen seitlich der Kranbahn erreicht werden. Als Hubwerke kommen Kettenzüge DCS-Pro mit 125 Kilogramm Tragfähigkeit zum Einsatz, die dank ihrer stufenlosen Geschwindigkeitsregelung ein feinfühliges und exaktes Positionieren der Bauteile ermöglichen.


Für die Aufnahme von einzelnen Bauteilen und auch von gefüllten Sammelkörben wurden spezielle Lastaufnahmemittel entwickelt, die in den Lasthaken der Kettenzüge eingehängt werden. Damit wird das Personal bei allen Tätigkeiten durchgehend entlastet.

 

Spezielle Handhabungslösung „Manulift“


Ein weiteres Beispiel für den Einsatz von KBK-Aluline-Kranen bildet die Logistik der automatisierten Montagezone. In einer mit Schutzglas abgetrennten Bearbeitungszone übernimmt ein Roboter die vollautomatische Montage von Hydraulikkomponenten. Die dafür erforderlichen Bauteile werden mit Hilfe einer speziellen Handhabungslösung zugeführt. Dazu nimmt ein Mitarbeiter die bereitstehenden Werkstückträger mit einem am Kran verfahrbaren Manulift DCM-Pro auf. Der Manulift ist ein Hebezeug der Kettenzugfamilie DC-Pro und ermöglicht Laststeuerung und Lastführung mit einer Hand. Die per Schnellwechselkupplung befestigten Lastaufnahmemittel machen den Manulift zu einem flexiblen Hubwerkzeug. Nach der Ausschleusung aus der Automatikzone wird der Werkstückträger wieder mit dem Kran aufgenommen und zur weiteren Verarbeitung bereitgestellt. Die Krandaten: Bahnlänge: 9 Meter, Kranbrücke: 5,50 Meter.


Florian Weinbrenner von Markthaler: „Mit einem schlüssigen Gesamtkonzept haben wir unseren Kunden Hawe überzeugen können. Die Vorteile von KBK Aluline in puncto Leichtlauf, Ergonomie und einfacher Bedienung liegen auf der Hand. Und schließlich bietet der Systembaukasten alle Möglichkeiten für nachträgliche Anpassungen und für ein einfaches Ersatzteilmanagement.“


Auch bei Hawe zeigt man sich sehr zufrieden mit den installierten Kran-Systemlösungen. Johannes Kaiser zieht eine positive Bilanz: „Die Krananlagen unterstützen bei allen Hub-, Positionier- und Bewegungsabläufen zu unserer vollen Zufriedenheit. Sie tragen wesentlich zur Entlastung unsere Mitarbeiter bei. Damit sind unsere Anforderungen an Arbeitssicherheit, Ergonomie und Effizienz in vollem Umfang erfüllt.“ 

www.demagcranes.de

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Beitrag aus dhf 3.2015

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