Foto: Liebherr
Clever geplanter Brückenhub

Es ist eine große Herausforderung, eine komplette Eisenbahnbrücke unter äußerst beengten Platzverhältnissen auf abschüssigem Gelände einzubauen.

Uwe Langer, Chef von Riga-Mainz, hat mit seinem Team und einem Liebherr Typ LR 1600/2 einen solchen Auftrag für die Deutsche Bahn souverän erledigt. 

 

Der Ausbau der S-Bahn im Großraum Heilbronn macht den derzeitigen Neubau einer Eisenbahnbrücke in Bad Wimpfen erforderlich. Für den Einhub der 355 Tonnen schweren Stahlbrücke auf abschüssigem Gelände stand jedoch nur sehr wenig Platz für den Raupenkran und zum Anliefern des Bauteils zur Verfügung. Vorschläge, die Brücke mit zwei Kranen einzusetzen, waren verworfen worden. Für diese Lösung hätte die große Fachwerk-Konstruktion bereits für die Dauer der Rüstarbeiten zwischen den Kranen gelagert werden müssen. Bei dem stark in Zeitverzug steckenden Projekt der Deutschen Bahn musste es jedoch schnell gehen.

 

Stabile Plattform


Auf zwei mächtigen, über 20 Meter langen Rampen aus Stahlbeton hatte das Team von Riga-Mainz den Liebherr- Raupenkran aufgebaut. Firmenchef Uwe Langer, der auch die Planungen für das Fundament verantwortete, hatte die Fläche hierfür an einem Dutzend Punkten bis zu 13 Meter tief pfählen lassen. Die Rampe musste schließlich einer errechneten Raupenpressung von 507 Kilonewton pro Quadratmeter standhalten.


In der Nacht vor dem Brückenhub war die 40 Meter lange Fachwerk-Konstruktion auf zwei parallel geschalteten SPMT-Selbstfahrern mit je zehn Achslinien vom Montageplatz zur Baustelle transportiert worden. Um die beiden Träger zum Befestigen der Anschlagmittel durch das Fachwerk zu fädeln, montierten die Experten aus Mainz auf jeweils einer Seite eine Verlängerung. So konnte ein Hilfskran auf der anderen Brückenseite anschlagen und den Hauptträger in die Konstruktion einziehen.

 

402 Tonnen in der Luft


Auch aufgrund dieser cleveren Idee hatte Riga-Mainz den Zuschlag für die Arbeiten erhalten. „Riga war der einzige Anbieter, der eine Lösung mit nur einem Kran angeboten hatte“, erklärte Kathrin Gottschang vom Projektmanagement der DB Projektbau GmbH, „das Konzept von Uwe Langer war zudem das einzige, das die Traversenführung durch das Brückenfachwerk vorgesehen hatte“. 15_3_KH_liebherr_KAST.jpgSämtliche anderen Varianten hätten nämlich oben am Bauwerk angeschlagen. Dann jedoch hätten viele der Arbeiten an der Brücke nicht im Vorfeld des Hubes am Montageplatz ausgeführt werden können. „Bei einem starken Winter wären wir in weiteren zeitlichen Verzug geraten“, erklärt Gottschang. „So aber lag das Winterrisiko nahezu bei null.“


Mit Traverse und Anschlagmitteln bewältigte der LR 1600/2 beim Hub insgesamt 402 Tonnen Last. Der Raupenkran war hierfür mit insgesamt 565 Tonnen Ballast ausgestattet worden. Langsam setzen die Raupenträger knapp zehn Meter zurück, bis die Brücke schließlich auf den neuen Widerlagern punktgenau platziert werden konnte. Zwei weitere Krane von Liebherr, ein LTM 1200-5.1 sowie ein LTF 1045-4.1, waren für Rüst- und Assistenzarbeiten im Einsatz.

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Beitrag aus dhf 3.2015

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