Foto: Stahl Cranesystems 
Krananlage auf hoher See

Die Firma Eilbeck Cranes, der australische Stahl Cranesystems-Partner, baut Krananlagen für ein australisches Verarbeitungsschiff von Flüssigerdgas.

Bei der Realisierung des Projekts galt es, die zahlreichen Vorgaben und Spezifikationen der Auftraggeber, der beteiligten Nationen und der zuständigen Prüfbehörden einzuhalten. 


Die Inpex Corporation mit Sitz in Tokio ist ein führendes Unternehmen bei der Förderung und Produktion von Öl und Gas. Kronjuwel im Portfolio von Inpex ist das 34 Milliarden US-Dollar teure Projekt Ichthys LNG (Liquefied Natural Gas). Jährlich soll die größte Halbtaucher-Plattform der Welt 8,4 Millionen Tonnen Flüssigerdgas (LNG) und 1,6 Millionen Tonnen flüssiges Propangas (LPG) fördern. Zu diesem Projekt gehört auch eine schwimmende Produktions- und Lagereinheit (FPSO), ein Spezialschiff, das derzeit auf der südkoreanischen Werft von Daewoo Shipbuilding & Marine Engineering (DSME) gebaut wird. Die anspruchsvolle Krantechnik für die FPSO entwickelte und produzierte Eilbeck Cranes, der australische Stahl Cranesystems-Partner für explosionsgeschützte Krananlagen.

 

Kranbauexperten gefragt


Bei internationalen Projekten dieser Größenordnung gilt es, zahlreiche Vorgaben und Spezifikationen der Auftraggeber, der beteiligten Nationen und der zuständigen Prüfbehörden einzuhalten. Sämtliche Krananlagen mussten der Inpex-eigenen Spezifikation entsprechen, die maßgeblich von den Firmen der Total-Gruppe vorgegeben wurde. Höchste Qualität der Projektdurchführung, spezielle Materialanforderungen sowie Materialzertifizierungen waren in der Ausschreibung vorgegeben. Außerdem war eine detaillierte Überprüfung für Geräte für explosionsgefährdete und nicht-explosionsgefährdete Bereiche laut australischem Standard und der Projektbeschreibung erforderlich. Strenge Vorgaben durch die Schiffsklassifikations- Gesellschaft DNV inklusive Designprüfung und Designzertifizierung sowie einem zertifizierten Überlasttest mit bis zu 125 Prozent der maximalen Tragfähigkeit machten das Projekt schließlich zu einer Herausforderung, der sich nur noch wenige, hoch spezialisierte Kranbauer weltweit stellen konnten.

 

Was sprach für Eilbeck?


Für die Vergabe der Krantechnik bewerteten Inpex und DSME mehrere Kranhersteller auf der ganzen Welt. Den Auftrag erhielt der australische Stahl Cranesystems-Partner Eilbeck Cranes, ein Spezialist für explosionsgeschützte Krananlagen. Zahlreiche Treffen gingen der Auftragsvergabe voraus. Dabei musste Eilbeck Cranes beweisen, dass das Unternehmen technisch und organisatorisch in der Lage war, den komplizierten und strengen Projektanforderungen bezüglich der Entwicklung als auch der Umsetzung gerecht zu werden. Mit zahlreichen Referenzprojekten in der australischen Gasindustrie, seinen Fertigungsmöglichkeiten und den hohen Qualitäts- und Sicherheitsstandards der angebotenen Stahl Cranesystems-Komponenten konnte Eilbeck den Auftrag für sich gewinnen. Dazu trugen auch die große Erfahrung und das Wissen über australische Standards bei. Zuvor hatte Eilbeck über den EPC-Contactor JKC Australia LNG bereits mehrere Krane für die Inpex Ichthys Onshore-Anlage in Darwin geliefert und das internationale Joint Venture von seinen Fähigkeiten überzeugt.

 

Einsatz für Stahl Cranesystems


Der Auftrag umfasste sechs Krane, darunter eine spektakuläre Sonderlösung zum Heben der Strahlruder des FPSO-Schiffs. Der Kran muss besonders zuverlässig und sofort verfügbar sein, wenn Wartungsarbeiten an den Strahlrudern nötig werden. Der Zweiträgerlaufkran hat eine Tragfähigkeit von 70 Tonnen und ist mit zwei 50-Tonnen- Winden des Typs SHWF 8 ausgerüstet. Zwei 5-Tonnen-Seilzüge dienen als schnelle Hilfshubwerke. Die Krankomponenten wurden auf speziellen Kundenwunsch komplett redundant ausgeführt. Außerdem verfügt der Kran über eine spezielle Zentrifugalbremse, mit der die Last auch bei einem Stromausfall noch sicher abgelassen werden kann. Die Fahrantriebe sowohl für Kran- als auch für Katzfahrten verfügen über Zahnstangenantriebe, die den Einsatz auf dem Schiff auch bei Seegang ermöglichen. Alle Hebezeuge des Strahlruder-Krans wurden für den Offshore-Einsatz und den möglichen Kontakt mit Meerwasser ausgerüstet. Insgesamt werden in der Offshore-Anlage sechs Eilbeck-Krane montiert, drei davon in explosionsgeschützter Ausführung. Die Krane dienen zum Verladen von Containern oder als Wartungskrane an den Maschinen. Bei allen Kranen kommen Seilzüge und Krankomponenten der Firma Stahl Cranesystems zum Einsatz. Sämtliche FPSO-Krankomponenten wurden als Sonderausführung für Umgebungstemperaturen bis plus 45 Grad Celsius ausgelegt. Außerdem verfügen sie über Standheizungen, um auch bei niedrigen Temperaturen stets verfügbar zu sein.

 

Erfolgreicher Abschluss für Eilbeck Cranes


»Es war ein anspruchsvolles Projekt, mit vielen Spezifikationen, besonders hohen Qualitätsstandards, den Zertifizierungen durch die DNV, den Belastungstests in unserer Produktion sowie den besonderen Anforderungen an die Dokumentation«, sagt Onkar Pathak, einer von Eilbecks Kranbau- Experten. Die Krane wurden Anfang 2014 nach Korea geliefert und werden momentan auf der DSME-Werft im Inneren der FPSO montiert. »Der Kunde war sehr zufrieden mit unseren Kranen, unserer flexiblen Unterstützung bei der Umsetzung der australischen Normen und unserer ausführlichen Dokumentation«, freut sich Onkar Pathak nach der Auslieferung dieses erfolgreichen Großprojektes.

www.stahlcranes.com

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Beitrag aus dhf 3.2015

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