Bild: SSI Schäfer
Individueller Ansatz für mehr Effizienz

Das kreative Zusammenspiel ausgewählter Regalkomponenten von SSI Schäfer sorgt jetzt im neuen Lager der Schunk Dienstleistungsgesellschaft in Heuchelheim für kürzere Wege, einen optimierten Materialfluss und mehr Ergonomie.

Dabei wurde das Lager durch den Einsatz von schienenlosen Verschiebe-, Fachboden- und Schubladenregalen neu strukturiert und in zwei Teile gegliedert. Trotz reduzierter Gesamtfläche bietet die neue Lösung jetzt deutlich mehr Effizienz. 

 


Autos, Schiffe, Elektrogeräte, Windkraftanlagen, Spaceshuttles, Medizintechnik, Solarindustrie oder LEDs – in Millionen von Motoren, Technologien und industriellen Anlagen sind Komponenten von der Schunk Kohlenstofftechnik GmbH zu unersetzlichen Bestandteilen geworden. Seit 1913 ist das heute weltweit agierende Unternehmen in den Bereichen Kohlenstofftechnik und Keramik, Umweltsimulation und Klimatechnik, Sintermetalltechnik und Ultraschallschweißen in allen Schlüsselindustrien mit maßgeschneiderten Hightech-Produkten und Anlagen vertreten. Dabei zählt die Unternehmensgruppe mit einem konsolidierten Umsatz von 940 Millionen Euro im vergangenen Jahr zu den Technologieführern in ihren Märkten. Mit rund 8 150 Mitarbeitern und mehr als 60 operativen Gesellschaften ist die Gruppe in 29 Ländern mit eigenen Niederlassungen und Vertriebspartnern vertreten.

 

Zentralisiertes Lager


Vor diesem Hintergrund ist es selbstverständlich, dass das Unternehmen großen Wert sowohl auf die Entwicklung und Qualität seiner Produkte als auch auf optimale innerbetriebliche Strukturen legt. Dies gilt gleichermaßen für den Lagerbereich: um dem wachsenden Produktionsportfolio gerecht zu werden, hat sich das Unternehmen Ende 2012 dazu entschieden, drei Läger auf dem Firmengelände zu bündeln und die Lagerstrukturen auf effiziente Weise zu optimieren. Die betreffenden Läger sind das Lager für Elektroinstallationen und Wasser, das Gas- sowie Elektrolager. „Das alte Lager war mehr oder weniger strukturlos, sodass hier im Hinblick auf den Materialfluss ein deutlicher Optimierungsbedarf bestand. Die Ware lagerte in Schränken, in Paletten- und Fassregalen. Die Laufwege waren lang, und auch die Ergonomie ließ zu wünschen übrig. Das sollte sich ändern“, erklärt Thomas Stipp, seit Oktober 2013 verantwortlicher Leiter des Zentralbereichs Logistik bei der Schunk Kohlenstofftechnik GmbH.


Damit waren die Vorgaben deutlich, als Schunk den passenden Realisierungspartner für das neue Lager suchte: Schnelle, klar strukturierte Prozesse, mehr Ergonomie und eine verbesserte Raumnutzung. Da durch die Bündelung der Läger deutlich weniger Platz zur Verfügung stehen würde als zuvor, war ein erfahrener Umsetzungspartner gefragt. Denn trotz Platzreduzierung mussten am neuen Standort ausreichend Kapazitäten für die Artikel der drei Läger vorhanden sein. Darüber hinaus sollte das neue Lager in einen offenen und einen geschlossenen Bereich gegliedert werden. Durch diese Aufteilung sollten zum einen Fehlkommissionierungen bei komplexen Anforderungen vermieden und zum anderen die Ordnung im Lager aufrechterhalten werden. „Bereits eine scheinbar kaum wahrnehmbare Verwechslung der Bauteile kann verheerende Folgen haben. Dies möchten wir verhindern“, so Stipp.

 

Optimale Materialflussprozesse


Den Auftrag für die Planung und Realisierung des Projektes erhielt nach einer Ausschreibung SSI Schäfer. „Mit dem Intralogistikspezialisten haben wir bereits sehr gute Erfahrungen gesammelt. Außerdem haben uns das Konzept und die Flexibilität des Unternehmens einfach überzeugt“, so Stipp. Gemeinsam mit Schunk machte man sich daran, eine Lösung zu erarbeiten, die dem Unternehmen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte möglichst optimale Materialflussprozesse ermöglicht. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratmeter sollte nun unter Nutzung der Raumhöhe ein leistungsfähigeres Teilelager realisiert werden. Mit einer Kapazität von rund 5000 Produkten unterschiedlicher Form, Größe und Gewicht musste das System so ausgelegt werden, dass alle Komponenten kompakt und dennoch gut sichtbar gelagert werden können.


„Das war keine leichte Aufgabe, denn schließlich mussten wir die geringere Fläche des neuen Standorts berücksichtigen. Außerdem galt es, eine klare Struktur mit kurzen Laufwegen zu generieren und dafür die passenden Systeme zusammen zu stellen“, so Stephan Edeling, Projektleiter von SSI Schäfer. Eine weitere Herausforderung bestand bei der Umsetzung und dem Umzug des Lagers. Die Umbaumaßnahmen der neuen Räumlichkeiten verbunden mit den zukünftigen Anforderungen waren noch in vollem Gange. Dabei galt es, Unebenheiten des Bodens auszugleichen und Brandschutzbestimmungen einzuhalten, ohne in Zeitverzug zu geraten. Außerdem musste Gefahrgut sicher gelagert werden. Obwohl der gesamte Umzug in nur zwei Wochen erfolgte, stellte der Intralogistikspezialist aus Neunkirchen die gesamte Anlage innerhalb des geplanten Zeitrahmens fertig.

 

80 Prozent mehr Lagerraum


Inzwischen sind alle Artikel im neuen Lager untergebracht. Eine Zaunabschrankung dient der Abtrennung des geschützten Bereichs, der durch eine Tür in den frei zugänglichen Teil der Anlage führt. Dort werden weitere Fachbodenregale und Schubladenelemente für die Lagerung der Komponenten eingesetzt. Im Selbstbedienerbereich kann sich jeder Mitarbeiter in einer Art Handlager frei mit Teilen für seine Arbeit ausrüsten. Um dabei eine schnelle Versorgung sicher zu stellen, sind alle Komponenten an den Lagerorten von außen schriftlich gekennzeichnet. Somit steht einer leichten Orientierung nichts im Wege. Dies gilt auch für den geschlossenen Teil des Lagers mit integriertem Wareneingangsbereich. Allerdings sind dort zwei speziell geschulte Lagerfacharbeiter für komplexe Fragestellungen und Beratungen der Elektriker zuständig. Sie erledigen auch die Zusammenstellung der erforderlichen Komponenten, die Ein- und Auslagerung der Ware sowie die Disposition und anschließende Bestellung von Teilen. Das System hat SSI Schäfer mit Schubladenregalen samt Einteilungsmaterial und einer Ausgabetheke kombiniert.


Je nach Gewicht und Abmessung befinden sich die Teile in Kartons, Schubladen oder Behältern. Um eine sichere Lagerung und schnelle Zugriffsmöglichkeiten zu gewährleisten, hat der Intralogistikspezialist im geschlossenen Bereich eine schienenlose Verschiebeanlage mit Aufbauten von R3000- Fachbodenregalen realisiert. „Aufgrund der effizienten technischen Konstruktionen ist das schienenlose Lagersystem ideal für den Einsatz bei Schunk geeignet, da das Systemcirca 80 Prozent mehr Lagerraum gegenüber konventionell montierten Regalen auf gleicher Grundfläche bietet und ein angenehmes, stressfreies Arbeiten sicherstellt. Die Montage wurde ohne Probleme in kürzester Zeit realisiert“, erklärt Stephan Edeling.


Um die Arbeit im Lager so effizient wie möglich zu gestalten, planten die beiden Lagerspezialisten die Organisation der neuen Anlage eng zusammen mit SSI Schäfer und gestaltetem sie nach ihren Bedürfnissen. Dabei wurden die Laufwege innerhalb des Lagers so kurz und die Gestaltung so ergonomisch wie möglich umgesetzt. Alle Komponenten sind jetzt wegeoptimiert platziert. Im vorderen Teil der Verschieberegalanlage sind die schneller drehenden und im hinteren Teil die langsam drehenden Artikel untergebracht. „Dies ist äußerst wichtig, da pro Tag zwischen 100 und 150 Mitarbeiter schnell und fehlerlos mit Ware versorgt werden müssen. Dazu ist es erforderlich, dass die beiden Lagermitarbeiter im geschlossenen Bereich problemlos insgesamt mehrere hundert Kilo bewegen können. Für besonders schwere Teile setzen wir daher Hubwagen und Elektrostapler ein“, erklärt Thomas Stipp.

 

SAP-Anbindung geplant


Darüber hinaus ist das neue Lager, genau wie sein Vorgänger, nicht bestandsgeführt, da der Aufwand schlichtweg zu groß wäre. Stattdessen erfolgt die Entnahme der Teile nach Sicht, weshalb die Artikel nach Gruppen strukturiert in den Regalen und Schubladensystemen untergebracht sind. Neigt sich der Vorrat des Materials zu Ende, wird das jeweilige Fach mit einem Etikett versehen, woraufhin einer der beiden Lagerspezialisten die erforderlichen Artikel nachbestellt. Dazu wird der Bestand mindestens einmal pro Woche kontrolliert. In der Regel stehen die Bestellungen innerhalb von 24 Stunden oder bei Bedarf auch schneller zur Verfügung und werden ohne Zwischenlieferanten direkt in das Lager geliefert.


„Mit dem neuen Lager sind wir mehr als zufrieden. Alles wurde ganz individuell und partnerschaftlich auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten. Dabei gestaltete sich die Zusammenarbeit mit SSI Schäfer mehr als angenehm. In einem weiteren Schritt planen wir nun die Anbindung an SAP, um die Arbeit noch effizienter zu gestalten“, resümiert Stipp.

www.ssi-schaefer.com

 
Titelthema aus dhf 10.2014

14_10_TT_ssi_SEI.jpg 

 

Hier finden Sie die Titelthemen der vergangenen Ausgaben

 

Gerne können Sie dhf 10.2014 mit weiteren interessanten Beiträgen bestellen:

E-Mail:  cedra@agt-verlag.de         

oder:      Kontaktforumlar

AGT Verlag Thum GmbH
Teinacher Straße 34
71634 Ludwigsburg

Vertrieb, Frau Beate Cedra
Tel.: 07141/22 31-56


 

spacer
Online Werbung @ dhf
  
  
spacer