Harald Scherleitner, Fronius
Neueste Energieträger im Fokus

„Perfect Charging“ heißt das Komplettangebot von Fronius rund um das Laden von Antriebsbatterien in der Intralogistik.

Harald Scherleitner, Spartenleiter bei Fronius Perfect Charging, erklärt, welche Prozess- und Kostenvorteile dieses Verfahren bietet und mit welchen Technologien Fronius zukünftig seine Kunden begeistern wird.

 

dhf: Herr Scherleitner, Fronius hat sich schon Mitte der 40er Jahre mit Batterieladegeräten und Schweißtransformatoren einen guten Namen gemacht. Wie ist das Unternehmen heute aufgestellt?


Harald Scherleitner: Unser Firmengründer Günther Fronius, der leider letztes Jahr im stolzen Alter von 107 Jahren gestorben ist, hat sich gleich nach Kriegsende mit einer Werkstatt in der Nähe von Pettenbach/Oberösterreich niedergelassen. Er hat in der Anfangszeit Batterien repariert und 1946 das erste Ladegerät gebaut. Die Schweißtechnik ist dann in den 1950er Jahren hinzugekommen. Im Jahre 1995 wurde der Bereich Solarenergie gegründet. Heute gibt es nach wie vor alle drei Bereiche, wovon Fronius als Gesamtes sehr profitiert, da man viele Synergien nutzen kann. Auch ist man wirtschaftlich stabiler, wenn es einer Branche mal nicht so gut geht. Fronius hat weltweit aktuell 22 Tochtergesellschaften und ist weiterhin auf Expansionskurs.

 

dhf: „Perfect Charging“ ist ein umfassendes Angebot. Welche Leistungen verbergen sich hinter diesem Begriff?


Harald Scherleitner: Unser Anspruch ist es, die Prozesse rund um die Batterie ganzheitlich zu optimieren, um für unsere Kunden eine Kosteneinsparung zu ermöglichen. Mit unserer neuen Positionierung, die wir auf der CeMAT Hannover im Mai erstmalig vorstellen werden, garantieren wir unseren Kunden sogar eine Kosteneinsparung. Wie hoch diese ausfällt, hängt immer davon ab, auf welcher Basis wir mit unseren Angeboten aufsetzen. In der Intralogistik kann man unser Angebot in vier Bereiche gliedern: Man startet beim Kunden mit einer Analyse und Beratung, bei der wir die Prozesse rund um das Batterieladen, die eingesetzten Technologien und das Thema Sicherheit betrachten und Lösungsvorschläge erarbeiten. Im zweiten Schritt erfolgen die Planung und das Engineering. Der Kunde erhält eine maßgeschneiderte Lösung, und die meisten Komponenten, wie zum Beispiel Batterieladegeräte für Bleisäure-Batterien, Lithium-Ionen- und Brennstoffzellen-Lösungen oder Equipment für Batterieladeanlagen, erhält er von Fronius. Im nächsten Schritt setzen wir die Kundenlösung auch baulich um, sprich wir machen den Aufbau, die Inbetriebnahme und unterstützen den Kunden bei der Zertifizierung, schlüsselfertiges Bauen sozusagen. Des Weiteren kümmern wir uns um die laufende Betreuung und auf Wunsch auch um den Betrieb von Batterieladeanlagen. Immer mit dem Ziel, weitere Einsparpotentiale zu finden und zu realisieren.

 

dhf: Fronius setzt im Bereich der Bleibatterien auf den Ri-Ladeprozess. Welche Vorteile bietet diese Ladetechnik?


Harald Scherleitner: Den Ri-Ladeprozess haben wir seit 2013 bei namhaften Unternehmen aus der Automobil- und Zuliefererindustrie, Logistikbranche oder auch Nahrungsmittelproduzenten im Einsatz. Bei allen herkömmlichen Batterieladetechnologien, wie die 50-Hertz-Trafotechnik und die Hochfrequenz-Technologie, ist es so, dass während des Ladevorgangs auf die Batterie nicht eingegangen wird. Stattdessen wird ein vorgefertigtes fixes Ladeprogramm der Batterie „aufgezwungen“.


Beim neuartigen Ri-Ladeprozess funktioniert es wie folgt: Nachdem man die Batterie am Batterieladesystem angeschlossen hat, erkennt das Ladegerät, ob es sich um eine neue oder alte Batterie handelt, welche Temperatur die Batterie hat und wie tief die Batterie entladen ist.


Anhand dieser Informationen gibt die Batterie dem Ladegerät vor, welchen Strom sie in der jeweiligen Ladephase benötigt. Das heißt, die Batterie erhält in jeder Ladephase nur die Energie, die sie aktuell aufnehmen und verwerten kann. Nicht mehr, nicht weniger. Dadurch ergeben sich die geringste Erwärmung der Batterie, was eine deutlich längere Lebensdauer bedeutet, und der geringste Energiebedarf.

 

dhf: Innovative Antriebskonzepte wie Li-Ionen-Akkus oder Brennstoffzellen gewinnen am Markt immer stärker an Bedeutung. Wie ist Fronius auf diese Entwicklung vorbereitet?


Harald Scherleitner: Aus technologischer Sicht haben wir gerade eine sehr spannende Zeit. Wir entwickeln und produzieren seit 70 Jahren Ladegeräte für Bleisäure-Batterien. Jahrzehntelang gab es nur die 50-Hertz-Trafotechnik und die HF-Technologie. Bei Fronius setzen wir seit Anfang der 1990er Jahre ausschließlich auf die HF-Technologie und haben diese weiter entwickelt. Die Lithium-Ionen-Technologie hat sich bei Flurförderzeugen doch schneller am Markt etabliert als von vielen prognostiziert. Bei der Brennstoffzelle ist nach wie vor der Aufwand für die Infrastruktur in Europa ein Bremsklotz. Welche Technologie in fünf, zehn oder zwanzig Jahren bei Flurförderzeugen welchen Marktanteil haben wird, weiß niemand genau. Um technologisch für die Zukunft gewappnet zu sein, bieten wir deshalb für alle drei Technologien eine Lösung an. Diese wird man auf der CeMAT dann auch an unserem Messestand live sehen können.

 

dhf: Gewähren Sie uns einen Blick in Ihr Entwicklungszentrum – an welchen zukunftsweisenden Projekten arbeiten Sie momentan?


Harald Scherleitner: Nun, es ist bestimmt kein großes Geheimnis, wenn ich Ihnen sage, dass natürlich das Thema Industrie 4.0 bei Fronius eine bedeutende Rolle in allen drei Sparten spielt. In der Intralogistik sind wir Teil des dreiteiligen Systems Flurförderzeug, Batterie und Ladegerät. So wie sich der Stapler mit anderen Logistiksystemen vernetzen wird, werden auch wir im Rahmen unserer Möglichkeiten Informationen an ein Gesamtsystem liefern beziehungsweise Daten nutzen können, um damit die Intralogistik-Prozesse zu optimieren. Unterm Strich wird es immer darum gehen, die Produktivität beim Kunden zu steigern und seine Betriebskosten zu senken.

Herr Scherleitner, ich bedanke mich für das interessante Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

www.fronius.com

16_FFZ_IV_fronius_SEI.jpg 

Beitrag aus dhf 4.2016

16_4_TS-dhf_188.jpg

Gerne können Sie dhf 4.2016 mit weiteren interessanten Beiträgen bestellen:

E-Mail:  cedra@agt-verlag.de         

oder:      Kontaktformular

agt verlag thum gmbh
Teinacher Straße 34
71634 Ludwigsburg

Vertrieb, Frau Beate Cedra
Tel.: 07141/22 31-56

spacer
Weltrangliste Flurförderzeuge

16_12_WRL_link_154.jpg

spacer


SL_Banner_180x90-v2.jpg


Herstellerumfrage Flurförderzeuge
17_6_FFZ_UMF_start_188.jpg
spacer
Enzyklopädie der Flurförderzeuge
Enzy-cover-188.jpg
 
spacer
Online Werbung @ dhf