Foto: Igus 
Neue Energiekettenführung für Regalbediengeräte

Die SIVAplan GmbH ist auf anspruchsvolle Lagersysteme in der Lebensmittellogistik spezialisiert.

Für die Regalbediengeräte hat SIVAplan ein neues System der Energiekettenführung erprobt, das Gewichtsersparnis bringt und schneller zu montieren ist. Inzwischen bewährt sich das Guidelok Slimline P-System von Igus im Serieneinsatz.

 

SIVAplan gilt in der gesamten Lebensmittelindustrie, aber auch in anderen Branchen, als Spezialist für automatisierte Lager- und Fördertechnik. Wenn Firmen beispielsweise vor der Herausforderung stehen, 12000 Paletten mit Tiefkühltorten oder die Produktion einer Pizza-Großbäckerei zu lagern und damit eine unterbrechungsfreie Kühlkette zu gewährleisten, wenden sie sich an das Unternehmen aus Troisdorf. Begonnen hat SIVAplan vor über 40 Jahren als Pionier auf dem Gebiet der Kanallager, inzwischen aber gehören alle gängigen Lagerarten zum Kompetenzspektrum. Dipl.-Wirt.-Ing. Christian Langsdorf, verantwortlich für Vertrieb und Projektierung: „Wir arbeiten überwiegend für Unternehmen, die eine perfekte Logistikkette als Erfolgsfaktor sehen. Zu unserem Kundenkreis gehören vor allem Mittelständler, die eine ähnliche Firmenkultur wie SIVAplan pflegen.“

 

Regalbediengeräte aus eigener Produktion


Mit einigen Kunden arbeitet SIVAplan schon seit vielen Jahrzehnten zusammen und plant neben Neubauten auch Erweiterungen und Modernisierungen ihrer Lager; wenn der Anwender es wünscht, und das ist immer häufiger der Fall, auch als Generalunternehmer. Dabei kommen zentrale Komponenten der GU-Lieferung, wie der Regalstahlbau, Dach und Wand, von renommierten Zulieferern. Die Steuerungstechnik, die Fördertechnik und auch die Regalbediengeräte (RBG) kommen dabei jedoch prinzipiell aus eigener Entwicklung und Fertigung.

 

Energiezuführen unter erschwerten Bedingungen


Bei jedem RBG-Projekt gehört zu den Aufgaben der Elektrokonstruktion die Auslegung der Energiezuführung zum Lastaufnahmemittel. Dazu zählen neben der elektrischen Energie für Antriebe auch die Signalübertragung, Netzwerkanbindung und Buskommunikation. Das ist eine Herausforderung, weil die RBGs mit hoher Dynamik unterwegs sind. Die hängende Kette muss deshalb so geführt werden, dass sie einerseits in der Vertikalen frei verfahrbar ist, andererseits aber auch bei hoher Beschleunigung beziehungsweise beim Abbremsen in zwei Achsen in der Spur bleibt.


Dies kann durch das Guidelok Slimline-Führungssystem gewährleistet werden, dessen erste Generation schon vor Jahren von Igus entwickelt wurde. Es sorgt für sicheren Halt bei hängenden Energieketten. In jedem Guidelok-Segment sorgt eine automatisch betätigte Wippe für eine sichere Positionierung der Energiekette und verhindert zuverlässig unerwünschtes Schwingen, Schaukeln und Schlagen der Kette. Fährt die Kette im Radius durch das Segment, wird die Wippe nach außen gedrückt und entriegelt, sodass die Energiekette sich frei bewegen kann. Verlässt der Radius der Kette das Segment, schiebt sich die Wippe wieder nach innen und sichert erneut die Energiekette.


Auf das Prinzip dieses Führungssystems setzt SIVAplan bereits seit 2010. Dipl.-Ing. Michael Huse, Leiter Elektrotechnik: „Wir nutzen das Guidelok-System für unsere Regalbediengeräte, da es die systembedingten Anforderungen bestens abdeckt.“ Schon deutlich länger, nämlich seit mehr als rund fünfzehn Jahren, verwenden die SIVAplan-Konstrukteure Energieketten und Chainflex-Leitungen von Igus. Die räumliche Nähe beider Unternehmen zueinander fördert die enge Zusammenarbeit und hat schon zu diversen gemeinsamen Entwicklungen geführt.

 

Leise und montagefreundlich: Guidelok Slimline P


Aus diesem Grund ist es auch nicht erstaunlich, dass SIVAplan der erste Anwender des Führungssystems in neuster Generation, der Guidelok Slimline P (GLSL-P) war. Dieses hat Igus erstmals auf der LogiMAT 2015 vorgestellt. Christian Strauch, Igus-Branchenmanager Material Handling: „Das neue System haben wir auf der Basis von konstruktiver Kritik und Wünschen unserer Kunden entwickelt, die unter anderem eine unkompliziertere und vor allem schnellere Montage wünschten.“


Zu den konstruktiven Besonderheiten des neuen Führungssystems GLSL-P gehören Wippenhalter aus Kunststoff und steckbare Führungsschienen. Die Vorteile für den Kunden liegen klar auf der Hand. Zum einen wird durch die Verwendung von Kunststoff für die Halter das gesamte System leichter und günstiger, zum anderen erreicht man durch die steckbaren GFK-Führungsschienen eine drastische Verkürzung der Montagezeit.


Ein weiterer Vorteil der Kunststoff-Neuheit ist, dass Vibrationen und Geräusche noch besser absorbiert werden. Christian Strauch: „Die GFK-Führungsschienen werden einfach in die Guidelok-Kunststoffsegmente gesteckt, anstatt wie bei der Vorgängerversion verschraubt zu werden. Das erlaubt eine einfache und sehr schnelle Montage fast ohne Werkzeug.“ Die GFK-Winkel sind sehr form-und kältebeständig. Schläge gegen die Schienen zeigen keine Wirkung im Vergleich zu Metallrinnen, die sofort Dellen oder andere Verformungen aufweisen würden. Selbst in Tiefkühllägern bei bis zu minus 35 Grad Celsius sind die Führungsschienen zäh genug, um Erschütterungen oder Schlägen standzuhalten.

 

Erste Tests mit Rapid Prototyping-Teilen


Nachdem Igus die ersten Teile im Rapid-Prototyping-Verfahren hergestellt hatte, installierte SIVAplan das neue GLSL-P an einem neuen Regalbediengerät mit einer Höhe von 24 Meter. Drei Monate später wurden die Bauteile durch Serienprodukte, hergestellt im Spritzgussverfahren, ausgetauscht. Schon dabei zeigte sich der Vorteil der schnellen Montage. Michael Huse: „Wir haben alle 28 Halterungen in nur drei Stunden gegen Serienbauteile vor Ort ausgetauscht.“


Ein weiterer Vorzug des neuen Systems ist die sehr sichere Führung durch vergrößerte Führungsschienen. Diese haben jetzt eine Schenkel- beziehungsweise Gleitauflage von 40 Millimeter, anstatt wie beim Vorgänger von 30 Millimeter. Mit dem Baukastensystem, bestehend aus der Kunststoffführung GLSL P und vorkonfektionierter Energiekette mit Chainflex-Leitungen, die speziell für dynamische Anwendungen entwickelt wurden, ist man bei SIVAplan sehr zufrieden. „In der Kette werden Leitungen für Energie und Signale sowie Bussysteme untergebracht, außerdem ein Potentialausgleich und in den meisten Fällen auch Datenleitungen für Video- oder Bildverarbeitungssysteme“, erklärt Michael Huse. Dabei hat es sich bewährt, dass Igus die Energiekette vorkonfektioniert als „readychain“ liefert, also quasi einbaufertig. „Als wir die Kette noch ,unready´, also mit separaten und unkonfektionierten Chainflex-Leitungen bezogen, mussten wir die Leitungen immer aufwändig in die Kette einziehen und auch noch prüfen. Darauf können wir jetzt gänzlich verzichten. Die komplett bestückte Kette ist eine Artikelnummer geworden.“

 

Laborversuche beweisen hohe Abriebfestigkeit


Vor der Serieneinführung hat Igus die neue Guidelok Slimline P im eigenen Labor ausgiebig getestet. Selbst nach 1,5 Millionen Zyklen an einer Vertikalachse kam es zu keinem Verschleiß am GFK-Material der Führung. Angesichts dieser Eigenschaften ist es nicht erstaunlich, dass sich schon weitere Unternehmen der Materialflusstechnik für den Einsatz der neuen GLSL-P entschieden haben. Christian Strauch: „Das Interesse an dieser Neuheit ist groß in der Branche. Regalbediengeräte müssen immer energieeffizienter und leichter werden, und genau da können wir mit unseren Kunststofflösungen unseren Kunden die richtigen Lösungen anbieten.“

www.igus.de

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Beitrag aus dhf 5.2016

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