Foto: Bito
Genügend Platz für Genießer

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Wenn es frisch sein soll, findet der Gourmet bei La Provençale in Leudelange alles, was sein Herz begehrt. Die Firma wächst stetig. Da in Luxemburg Grundstücke sehr teuer sind, sind intelligente Lösungen gefragt, um mehr Kapazitäten zu schaffen. Bito-Lagertechnik unterstützt dabei mit profundem Know-how und innovativer Regaltechnik.

Hochwertige Trüffel, Gänseleber, Enten und Kaviar, italienischer Schinken, Antipasti, frischer Fisch und Krustentiere sowie saisonale Spezialitäten, das Angebot von La Provençale liest sich wie die Speisekarte eines Sternerestaurants. „Wir verändern unser Sortiment ständig“, sagt Georges Eischen, einer der drei Geschäftsführer des Handelsunternehmens. „Dabei hat für uns Frische, Qualität und Service höchste Priorität.“ Die Waren kommen direkt von den Herstellern, beispielsweise von Bauern und Schlachthöfen aus der Umgebung; Fisch oder exotische Produkte werden täglich frisch angeliefert.


Gegründet wurde das Familienunternehmen 1969 von Camille Studer und Michel Eischen. Diese erweiterten im Lauf der Jahre die Geschäftsführung durch Georges Arendt. Die Söhne der drei, Jo Studer, Georges Eischen und Jeff Arendt, übernahmen im Jahr 2012 das Unternehmen. Heute beschäftigt La Provençale 975 Mitarbeiter. „Wir beliefern Restaurants, Metzger, Bäcker, aber auch Tankstellen, Großküchen und Kantinen, sowohl hier in Luxemburg wie auch in Deutschland, Belgien und Frankreich“, sagt Eischen. Das Geschäft läuft gut, obwohl der Lebensmittelmarkt insgesamt nicht sehr stark wächst. Was er anders macht als seine Wettbewerber? Da muss der Geschäftsführer nicht lange überlegen. „Wir liefern an sechs Tagen in der Woche unsere Waren aus.“ Aber nicht nur das. Der Kunde kann bis zu einer Stunde, bevor einer der 130 Kühlwagen das Gelände verlässt, seine Bestellung aufgeben oder noch verändern. Damit sind die Kunden äußerst flexibel und müssen ihre Waren selbst nicht lange aufbewahren. Das spart Platz in den tiefgekühlten Lagerräumen und senkt die Kosten. Hinzu kommt: Die Gefahr, dass die Lebensmittel bei den Kunden verderben, ist so gut wie nicht vorhanden. „Wir übernehmen die Verantwortung dafür, dass sie immer pünktlich frische Waren ins Haus bekommen“, beschreibt Jerry Zieser, verantwortlich für Gebäude und Technik bei La Provençale. Mit dem Geschäftsmodell, die beste Frische und die größte Flexibilität sicherzustellen, ist das Unternehmen stetig gewachsen – jedes Jahr um etwa fünf Prozent.

 

Hoch hinaus


An manchen Tagen wickelt La Provençale bis zu 2000 Bestellungen ab. „Beispielsweise vor Feiertagen oder bei sonnigem, frühlingshaftem Wetter. Dann sind die Restaurants oft bis auf den letzten Platz gefüllt“, beschreibt Eischen. In solchen Situationen muss die Intralogistik reibungslos funktionieren. Um sich dem Wachstum anzupassen, haben die Luxemburger im Lauf der Jahre auf dem rund 70000 Quadratmeter großen Grundstück immer weiter angebaut. Doch irgendwann stieß das Unternehmen an seine Grenzen. „In Sachen Bauland herrschen in Luxemburg ähnliche Verhältnisse wie im Stadtgebiet München“, beschreibt Eischen. „Entweder ist es gar nicht vorhanden oder unbezahlbar.“ Um mehr Lagerfläche zu generieren, entschied sich das Unternehmen im Jahr 2010 zu einem grundlegenden Erneuerungskonzept. Innerhalb von fünf Jahren wurden alte Gebäude abgerissen und neue gebaut, nur diesmal viel höher. Damit konnte La Provençale die nutzbare Fläche fast verdoppeln. Es entstanden unter anderem ein 14 Meter hohes Tiefkühllager sowie eine zweistöckige Halle für Frische- und Molkereiprodukte (MoPro) im Erd- und für das Trockensortiment sowie Obst und Gemüse im Obergeschoss. Im ersten Schritt wurde für Tiefkühl-, Molkerei- und Frischebereich die passende Lagerausstattung ausgewählt. Die Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH aus Meisenheim unterstützte als Komplettanbieter bei der Planung, Abwicklung und Umsetzung des Projekts.

 

Keinen Meter verschwenden


Im Tiefkühllager herrschen das ganze Jahr über eisige minus 22 Grad Celsius. Für die Betreiber entstehen dadurch enorme Energiekosten. „Deshalb musste die Regalanlage in diesem Bereich sehr kompakt gestaltet werden, um möglichst viel Lagerkapazität auf möglichst geringer Grundfläche zu schaffen“, beschreibt Bito-Gebietsverkaufsleiter Peter Schneider, der das Projekt betreut hat. Zudem galt es, rasche Durchlaufzeiten zu realisieren. „Die Anforderungen an die temperaturgeführte Lagerung sind hoch“, bringt es Peter Schneider auf den Punkt.


Bito installierte deshalb ein dreigassiges Automatisches Kleinteilelager (AKL), das sich auf vier Gassen erweitern lässt. Durch die doppelt tiefe Lagerung können die Lebensmittel wesentlich dichter und damit platzsparender untergebracht werden. Für die Kommissionierung von einzelnen Artikeln direkt aus dem AKL hat sich Bito eine besonders clevere Lösung einfallen lassen. In ergonomisch angeordneten Durchlaufkanälen wird die Ware in Behältern zur direkten Entnahme bereitgestellt. Eine Trittstufe sorgt dafür, dass auch die Behälter in den oberen Ebenen gut erreicht werden. „Ein manuelles Lager mit der gleichen Anzahl an Lagerplätzen benötigt deutlich mehr Fläche“, vergleicht Schneider. Damit lassen sich die Kosten für die Kühlung erheblich reduzieren. Zudem wären mehr Mitarbeiter den unangenehmen Umgebungsbedingungen ausgesetzt gewesen. „In dem AKL können wir unser hochwertiges Sortiment mit hoher Artikelanzahl, aber geringen Mengen je Artikel sehr effizient lagern“, sagt Jerry Zieser.


Regalbediengeräte setzen die Produkte automatisch auf ihre Plätze und lagern sie für die Bereitstellung auch wieder aus. Im Ware-zu-Mann-Prinzip gelangen die Trays mit den Lebensmitteln über eine Fördertechnik in die Vorzone zu den Kommissionierplätzen. Über diesen hat Bito auf einer Bühnenanlage Palettendurchlaufregale vom Typ Proflow installiert. Diese dienen als Puffer für die vorkommissionierten Paletten und für leere Behälter, die somit platzsparend bereitgestellt werden können. Im Vergleich zu statischen Palettenregalen lässt sich mit dem Proflow das FiFo-Prinzip (First in – First out) problemlos einhalten. Die Wegzeiten beim Kommissionieren verkürzen sich erheblich und damit auch die Zeit, die für die Tourenbereitstellung aufgebracht werden muss. Die Anordnung der Durchlaufkanäle neben- und übereinander führt zu einer hohen Lagerdichte und damit zu einer verbesserten Ausnutzung des Hallenvolumens. Für den direkten Zugriff auf alle Artikel eignen sich dagegen statische Palettenregale hervorragend. Daher setzt La Provençale insgesamt sechs Regalzeilen für die Bereitstellung von schnelldrehenden Tiefkühlartikeln ein.

 

Besondere Anforderungen in einem besonderen Lager


Auch für die Molkereiprodukte, die im Erdgeschoss der zweiten Halle gelagert werden, wurden Palettenregale installiert. Diese sind teilweise mit Stückgut-Durchlaufregal-Ebenen ausgerüstet. Bedient werden sie mit Elektro-Hochhubwagen. „In den Durchlaufebenen können wir einzelne Gebinde nach dem First In – First Out-Prinzip bereitstellen. Die Anordnung der einzelnen Rollenleisten kann dabei flexibel auf die unterschiedlichen Gebindegrößen adaptiert werden“, schildert Bito-Experte Peter Schneider. „Das erleichtert die Anpassung des Lagers an das sich ständig verändernde Warensortiment.“ Die übersichtliche Präsentation der vielfältigen Artikel verkürzt bei der Kommissionierung der Nahrungsmittel die Durchlaufzeiten und verringert damit auch die Fehlerquote. Dabei hat jede Warengruppe ihre eigene Zone. Nach der Kommissionierung werden die Artikel in der Vorzone zusammengeführt.


Um in diesem Bereich die begrenzte Höhe der Halle optimal zu nutzen, wurde die Regaltechnik bis direkt unter die Decke installiert. Für eine dennoch ausreichende Beleuchtung sorgt eine innovative Beleuchtungstechnik, die in die Traversen eingebaut sind. „Diese Lösung kommt sonst eher in Verkaufsräumen zum Einsatz“, sagt Schneider. „Wären die Leuchten über den Staplergängen angebracht, bestünde die Gefahr, dass die Hubwagen diese beim Ein- und Auslagern der Waren abreißen oder zumindest beschädigen.“


Die Verantwortlichen von La Provençale sowie die Mitarbeiter im Lager sind mit der neuen Intralogistik von Bito sehr zufrieden. Die Waren sind effizient gelagert, die Räume effektiv genutzt, die Kommissionierer haben kurze Wege, und durch die automatisierte Lösung ist in der eiskalten Tiefkühlzone nur wenig Personal erforderlich. „Wir haben uns aus zwei Gründen für Bito entschieden“, beschreibt Geschäftsführer Eischen. „Wir wollten einen Partner, der uns die ganze Intralogistik aus einer Hand liefert. Bito besitzt umfangreiches Know-how in der Lebensmittelindustrie. Darüber hinaus ist Bito ein Familienbetrieb, und das spürt man. Wir als Familienunternehmen ziehen es vor, ebenfalls mit einem familiengeführten Betrieb zusammenzuarbeiten.“ Dazu kommt die räumliche Nähe. Mit dem Auto sind beide Firmen nur etwa zwei Stunden voneinander entfernt. „Wir konnten in der Projektierungsphase kurz nach Meisenheim fahren, um uns im Bito-Technikzentrum die Musteranlage zu unserem Projekt anzusehen“, ergänzt Jerry Zieser. Zudem ist der Bito-Berater bei Bedarf schnell vor Ort. Dies bietet La Provençale die Sicherheit, dass die anstehende Ausstattung des Obst-, Gemüse- und Trockensortimentsbereichs genauso professionell und erfolgreich abgewickelt wird.

www.bito.de

 

Beitrag aus dhf 1-2.2016

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