Foto: Pierau Unternehmensberatung
Mitarbeitermotivation mit System

Zu den zentralen Faktoren des unternehmerischen Erfolgs gehören hoch motivierte Mitarbeiter.

Leistungsbezogene Prämien können dabei Leistungsanreize setzen und die Produktivität der Angestellten erhöhen. Pierau Planung unterstützt aktuell ein Versandhandelsunternehmen bei der Einführung und Ausgestaltung eines Prämienentlohnungssystems.

 

„Innerhalb der Logistik werden Prämiensysteme mehr und mehr eingesetzt, um im Niedriglohnbereich bei starkem Wettbewerb attraktivere Konditionen bieten zu können“, konstatiert Henrik Baltzer, Senior-Berater bei Pierau Planung. „Insbesondere wachsenden Unternehmen bietet die Einführung eines Prämienentlohnungssystems darüber hinaus die Chance, ihre bisherige Arbeitsorganisation für neue Herausforderungen fit zu machen.“


Für ein Versandhandelsunternehmen entwickelt Pierau Planung ein solches System, das sich zurzeit in der Umsetzungsphase befindet. Das E-Commerce-Unternehmen mit mehreren Hundert Mitarbeitern versendet von der Logistikzentrale in Deutschland aus in diverse europäische Länder.

 

Die Ausgangslage


Das Versandhandelsunternehmen plante, eine individuelle Leistungsentlohnungsprämie, gegebenenfalls kombiniert mit einer Qualitätsprämie, einzuführen. Ziele sollten dabei unter anderem die Möglichkeit zur Aufstockung des Arbeitslohns durch die Mitarbeiter selbst bei einer gleichzeitigen marktüblichen Leistungserhöhung der operativen Mitarbeiter in Höhe von 10 bis 15 Prozent sein. Die Durchführung wurde von Pierau Planung, Hamburg, nach der REFA Methodenlehre (REFA-Verband für Arbeitsstudien, Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung e.V.) gestaltet, die von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite gleichermaßen anerkannt ist. Ein großer Vorteil ist die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Prämienentlohnung.


Während der Akkordlohn eine feste mengen- oder zeitabhängige Entlohnung darstellt, ist der Prämienlohn eine anforderungs- und leistungsabhängige Lohnform auf Basis einer objektiv ermittelten Normalleistung. Er wird über eine Prämienlohnkurve ermittelt, die derart ausgestaltet ist, dass sie keinerlei zu hohe und ungesunde Leistungsanreize bietet.

 

Die Konzeptphase


Die Einführung von Prämiensystemen verlangt ein strukturiertes und planmäßiges Vorgehen. So untersuchte Pierau Planung zunächst ausgewählte Arbeitsabläufe auf deren Eignung zur Prämienentlohnung. Ausschlaggebend ist, dass der Mitarbeiter einen wesentlichen Einfluss auf sein Arbeitsergebnis hat. Die Störeinwirkungen müssen möglichst gering sein. Für eine Prämienentlohnung muss das Arbeitssystem reproduzierbar beschrieben werden. Dazu gehören unter anderem personen- oder gruppenbezogene, mess- und beurteilbare Arbeitsergebnisse. Des Weiteren wurden unter Einbindung des Betriebsrats die Rahmenbedingungen und möglichen Tätigkeiten aufgenommen. „Die arbeitsrechtlichen Fragestellungen rund um ein Prämiensystem müssen ebenso wie die kaufmännischen Rahmenbedingungen und die IT-Voraussetzungen frühzeitig geklärt werden“, betont Baltzer. Dafür wurden gemeinsame Workshops mit den unterschiedlichen Ansprechpartnern beim Kunden durchgeführt.

 

Ausgestaltung des Prämienlohnsystems


Auf Basis der vorliegenden Daten bestimmte Pierau Planung das konkrete Prämienlohnsystem, das sich einerseits an den vom Versandhandelsunternehmen formulierten Zielen, andererseits an den Interessen von Belegschaft und Betriebsrat ausrichtet. Dabei verankert die langfristig geltende Rahmenbetriebsvereinbarung (RBV) das grundsätzliche Regelwerk für die Prämienentlohnung und legt unter anderem fest, wer prämienberechtigt wird. Für die aktuell laufende Umsetzungsphase wurde ein REFA-Fachmann mit langjähriger Erfahrung engagiert, der die initialen Zeitmessungen und detaillierten Arbeitsstudien vornimmt. Zur weiteren Pflege und Entwicklung empfiehlt Pierau Planung, zwei Mitarbeiter seines Kunden nach REFA-Methodenlehre schulen zu lassen. Sobald alle Tätigkeiten in der Logistik an das wachsende Geschäft angepasst sind, wird das Prämienentlohnungssystem für einen Großteil der operativen Tätigkeiten eingeführt sein und danach selbständig innerhalb des Unternehmens weiterentwickelt. So erweitert der E-Commerce-Händler seine Möglichkeiten, einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess zu betreiben.

 

Vorteile leistungsbezogener Prämien


Henrik Baltzer: „Neben dem hauptsächlichen Ziel in einer Win-Win-Situation, mit einem Prämienentlohnungssystem die Leistung zu steigern, führen die als Grundlage dienenden Arbeitsstudien häufig zu Verbesserungen bei der Arbeitsorganisation und Ergonomie sowie zu Best Practise-Standards innerhalb des Unternehmens.“ In der Regel kommt es sogar bereits vor den eigentlichen Zeitaufnahmen für die spätere Prämienentlohnung zu Leistungssteigerungen, bei einer gleichzeitigen Entlastung der Mitarbeiter. Prozesse werden im Detail auf einen Standard festgelegt, der eine nachvollziehbare und vergleichbare Leistungsbeurteilung ermöglicht. Nebenbei lassen sich die Schulungen neuer Mitarbeiter vereinfachen sowie die Ausstattung im mitarbeiternahen Bereich optimieren.

www.pierau-planung.de

 

Beitrag aus dhf 5.2016

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