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Wegeoptimierte Logistik für Hund und Katze

Der europäische Marktführer für Heimtierbedarf hat seine Versandlogistik mit Hilfe der Pierau Unternehmensberatung und eines OSR Shuttles von Knapp neu organisiert.

Das leistungsfähige Lagersystem konsolidiert die verschiedenen Bestandteile eines Auftrags und übernimmt als „Logistikmaschine“ auch noch weitere Aufgaben. 

 

Ob Körbchen oder Kratzbaum, Activity- Spielzeug oder Aquarianer-Zubehör: Die Trixie Heimtierbedarf GmbH & Co. KG in Tarp beliefert circa 5000 Fachhandelskunden allein in Deutschland regelmäßig mit rund 6500 Artikeln für Hunde, Katzen, Vögel, Kleintiere, Fische und Reptilien. Damit ist das Unternehmen aus Schleswig-Holstein eindeutig Marktführer und das nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Insgesamt wird das Sortiment in über 80 Länder exportiert, jedes Jahr erfolgt ein reger Wechsel im Artikelsortiment: Hunderte von Produkten werden ein- und ausgelistet.

 

Hohe Anforderungen an die Lagerlogistik


Viele Produkte, wie Hunde-Transportboxen, Kaninchengehege oder die erwähnten Kratzbäume, sind sehr großvolumig, andere hingegen, wie zum Beispiel Hunde-Halsbänder, beanspruchen kaum Platz. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an die Logistik, zu deren Aufgaben es gehört, die entsprechend heterogenen Artikel zu kommissionieren und zu konsolidieren, mit hohem Tempo und einer Lieferfähigkeit von über 99 Prozent.


Ebenso hohe Anforderungen ergeben sich aus dem beeindruckenden Gesamtvolumen. Jan Petersen, Leiter Logistik: „Im vergangenen Jahr hatten wir einen Wareneingang von 5700 TEU. Im Warenausgang versenden wir durchschnittlich pro Tag 400 Paletten und 900 Pakete an den Fachhandel in Deutschland, Österreich, Großbritannien und Frankreich und weitere 160 Paletten an unsere Export-Vertriebspartner.”

 

Lagerung auf 43000 Quadratmeter in 11 Hallen


Bis vor rund drei Jahren arbeiteten die mittlerweile rund 200 Mitarbeiter in der Logistik dieses Volumen weitgehend manuell ab, mit entsprechend langen Wegen und hohem Aufwand für die Belegkommissionierung. Nur für rund 1400 verschiedene Artikel gab es ein automatisches Kleinteilelager. Zu diesem Zeitpunkt lagerte der Warenbestand bereits in elf Hallen auf einer Gesamtfläche von 43000 Quadratmetern.

 

Ware zum Mann: Neues Logistikkonzept


In dieser Situation wandte sich Trixie an die Logistikspezialisten der Pierau Unternehmensberatung aus Hamburg mit der Aufgabenstellung, ein neues Logistikkonzept mit deutlich verringerten Wegezeiten zu entwickeln. Als Spezialist für Handels- und Versandlogistik verfügt Pierau über umfassende und langjährige Erfahrungen bei solchen Fragestellungen und erarbeitete zunächst eine Konzeptstudie, die in der Folge auch umgesetzt wurde. Traditionell arbeitet man bei Trixie mit getrennten Kommissioniersystemen für den Fachhandel, der eher kleine Mengen ordert, und für die Distributoren der Exportmärkte, die in Großhandels-Dimensionen bestellen. Zu den Kernkomponenten des neuen Konzepts gehört die „Zerlegung“ der Aufträge in einzelne Aufgaben, das batchweise Kommissionieren und die Konsolidierung der zu einem Auftrag gehörenden Produkte an zentraler Stelle.

 

Im Zentrum: Das OSR Shuttle


Ein solches zeit- und wegesparendes Konzept setzt zweierlei voraus. Erstens, auf der Software-Seite: Der Auftrag muss praxisgerecht zerteilt werden. Dafür haben Pierau und die IT-Abteilung von Trixie die Voraussetzungen geschaffen. Zweitens muss es ein System geben, in dem die einzelnen Bestandteile einer Fachhandels- Sendung kurzzeitig zwischengelagert und konsolidiert werden können. Diese Aufgabe übernimmt bei Trixie ein OSR Shuttle-System von Knapp. Im Einsatz betrachtet, handelt es sich beim OSR Shuttle von Trixie um eine echte „Logistikmaschine“: Das kompakte System fasst 18700 Einheitsbehälter, die doppelttief eingelagert werden. Auf 17 Ebenen sind in jeweils drei Gassen insgesamt 51 Regalbediengeräte unterwegs, Senkrechtförderer übernehmen den vertikalen Behältertransport. In Tarp kommt die neueste Shuttle-Generation zum Einsatz, die sich unter anderem durch verstellbare Greifer auszeichnet. Somit kann jedes RBG auch Behälter oder Kartons mit unterschiedlicher Breite aufnehmen.

 

Kommissionierleistung gesteigert, ohne erhöhten Personaleinsatz


Kommissioniert wird selbstverständlich beleglos. Den Bedienern an den drei Pick-Plätzen werden permanent Quellbehälter zugeführt; gepickt wird für vier Aufträge gleichzeitig und an jedem Pickplatz werden immer bis zu sieben Quellbehälter bereitgestellt. Die kommissionierten Artikel werden in einem Zielbehälter zusammengeführt. Pick-by-Light-Anzeigen zeigen sowohl den Zielbehälter als auch die Stückzahl an. Auf diese Weise kann jeder Pick-Platz bis zu 360 Kommissioniervorgänge pro Stunde ausführen. Insgesamt kommt das System auf eine Leistung von circa 10000 Picks pro Tag, wobei mit einem „Pick“ nicht die Stückzahl, sondern ein Zugriff, zu dem auch mehrere Stück gehören können, gemeint ist.


Die Behälter werden in der angrenzenden Packerei weiterverarbeitet, das heißt mit den Großteilen, die zum Auftrag gehören, zusammengeführt und verpackt. Dort stehen insgesamt 24 Packplätze zur Verfügung, die den täglichen Durchlauf von bis zu 1000 Paketen und 250 Paletten problemlos bewältigen.

 

Umstellung im laufenden Betrieb


Das Shuttle-System von Knapp ist Dreh- und Angelpunkt des Konzepts für das beschleunigte Kommissionieren, wobei der Hersteller zunächst nicht vorgegeben war. Dipl.- Ing. Andreas Beermann, Senior-Berater der Pierau Unternehmensberatung: „Wir haben das System ausgeschrieben. An dem Angebot von Knapp hat uns überzeugt, dass der gesamte Lieferumfang, Shuttle, Regale, Fördertechnik, Steuerung und Software, aus einer Hand kommt.“


Eine große Herausforderung erwartete die Projektbeteiligten noch in der Installationsphase. Andreas Beermann: „Wir haben die komplette Umstellung im laufenden Betrieb vorgenommen und das Shuttle in einer vorhandenen Halle installiert.“ Das hat gut funktioniert, wie Jan Petersen bestätigt: „Die Bauzeit blieb mit knapp drei Monaten im Plan, wir haben jeden Tag versendet, und die Kooperation mit Knapp hat gut funktioniert, ebenso die komplexe IT-Umstellung. Wir haben zunächst die parallel neu geplante Exportkommissionierung umgestellt und das System dann langsam hochgefahren.“

 

Basis für weiteres Wachstum


Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass die mehrstufige Kommissionierung mit dem OSR Shuttle die Prozesse bei Trixie erheblich beschleunigt. Mit gleichem Personalbestand kann das Unternehmen die Fachhandelsaufträge nun effizienter abarbeiten. Jan Petersen: „Wir erreichen einen Auftragsdurchlauf von unter einem Tag, so dass die Ware innerhalb Deutschlands in 48 Stunden beim Kunden ist. Das ist ein ganz wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit und die Kundenzufriedenheit. Außerdem haben wir die Lieferqualität insgesamt erhöht.“


Die beschleunigte Logistik wird zwar nicht der einzige Grund für das weiterhin stetige Wachstum von Trixie sein. Fest steht aber: Im kommenden Jahr wird das Unternehmen nochmals in die Optimierung der Logistik investieren. Zurzeit wird, wiederum gemeinsam mit Pierau, unter anderem ein Hochregallager für 35000 Palettenplätze geplant.

www.knapp.com

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Beitrag aus dhf 10.2015

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