Foto: Rulmeca
Hygienisch und effizient

Rulmeca ist seit vielen Jahren als Hersteller von Rollen und Trommelmotoren für die Schüttgutindustrie bekannt.

2013 fiel die strategische Entscheidung, auch im Handling von Stückgut aktiv zu werden. Zum neuen Angebot zählen hygienische Edelstahl-Trommelmotoren und Rollen für die Verpackungs- und Lagerlogistik. 

 

Die Kernkompetenz der Rulmeca Gruppe, die heute weltweit über 1200 Mitarbeiter in 22 Vertriebs- und Produktionsbetrieben beschäftigt, lag schon immer im Bereich der Materialhandling- Komponenten und hier insbesondere bei Rollen und Trommelmotoren. Bis vor kurzem konzentrierte sich das Unternehmen jedoch hauptsächlich auf Komponenten für das Handling schwererer Schüttgüter. Das Angebot beinhaltete wegen eines Vertriebsabkommens keine Komponenten für das Stückgut-Handling. Dieses Abkommen ist 2013 jedoch ausgelaufen. Seitdem bietet Rulmeca auch die gesamte Bandbreite an Trommelmotoren und Rollen für das Stückgut-Handling an.

 

Hochwertige Komponenten


Hervorzuheben ist, dass sich das Unternehmen auf Komponenten konzentriert. Rulmeca will keine Konkurrenzsituation zu den eigenen Kunden aufbauen, indem auch fertige fördertechnische Lösungen angeboten werden. Hierzu passt, dass Rulmeca eine hohe Fertigungstiefe hat und nahezu alle Komponenten komplett selbst fertigt, ganz gleich ob aus Metall oder Kunststoff. Für OEM im Maschinen- und Anlagenbau gibt es zudem das Angebot, auch kundenspezifische Varianten des Standardproduktportfolios zu fertigen.


Der hohe Anspruch an Qualität und Kundenorientierung spiegelt sich bei Rulmeca auch im Aufbau der Vertriebsorganisation wider. Alle Vertriebsgesellschaften, die Rulmeca weltweit in 85 Ländern betreibt, gehören zu 100 Prozent der Unternehmensgruppe. Die Mitarbeiter der Rulmeca Germany GmbH aus Aschersleben berichten also stets auch an das globale Headquarter im italienischen Bergamo. Da die Unternehmensorganisation global ausgerichtet und weitestgehend einheitlich organisiert ist, können weltweit agierende Kunden an jedem Standort ihrer Anlagen auch vergleichbaren Service und Support erhalten.

 

Rollen für die innerbetriebliche Logistik


Ein Schwerpunkt im neuen Stückgutgeschäft sind insbesondere Rollen und Komponenten für den innerbetrieblichen Transport von Gütern aller Art. Diese werden in der Lebensmittelproduktion von der Warenannahme bis hin zu Verpackung, Lager und Versand eingesetzt. Rulmeca bietet sie sowohl für passiv über Schwerkraft oder aktiv mit Motoren angetriebene Förderer an. Weitere Varianten ergeben sich aus dem Gewicht der zu fördernden Güter, dem Sekundärantrieb über Ketten oder Riemen sowie spezielle Aufgabenstellungen, wie beispielsweise konische Rollen für Kurven. Dementsprechend vielfältig sind auch die Ausprägungsformen der angebotenen Rollen. Sie reichen von geräuschlosen Leichtlauf-Rollen aus Kunststoffkomponenten, der 111er Serie, über die sehr vielseitig einsetzbaren Rollen für leichte bis mittelschwerere Lasten, der 117er Serie, bis hin zur 135/138er Serie mit Ketten- oder Poly-V-Riemenantrieb. In Edelstahlausführung ist die letztgenannte Serie auch für ein korrosives Umfeld und die besonders hygienische Lebensmittel-Produktion geeignet. Die KRO-Serie mit konischen Polypropylen-Rollen für passiv über Schwerkraft oder aktiv mit Ketten beziehungsweise Poly-V-Riemen angetriebene Kurven rundet Rulmecas Rollen-Portfolio für das Stückguthandling ab.

 

Lebensmittelindustrie-tauglich


Eine Speziallösung für die Lebensmittelproduktion stellen zudem Trommelmotoren aus Edelstahl dar, die Rulmeca mit hohen IP-Schutzgraden anbietet und die höchsten Anforderungen an hygienische Designs erfüllen. Im Vergleich zu konventionellen Antriebsformen, wie beispielsweise seitlich angeflanschte Getriebemotoren, haben sie einen geringeren Platzbedarf und bieten gleichzeitig eine höhere Effizienz.

 

Hygienisches Design


Trommelmotoren integrieren den Elektromotor und das Getriebe in die ohnehin benötigte Trommel. Bei anderen Konstruktionen sind Motor und Getriebe als einzelne Komponenten ausgeführt, die verschmutzen können und die regelmäßig gereinigt werden müssen. Generell sind konventionelle Antriebe nicht so gebaut, dass sie leicht zu reinigen sind: Entweder haben sie Lüfter, Kühlrippen oder zumindest Kühlflächen. Gegebenenfalls muss der Motor mit einer Schutzhaube versehen werden. Diese weitere Komponente ist unter Hygienegesichtspunkten gefährlich, weil dadurch Toträume entstehen, die ideale Nistplätze für Keime darstellen. All diese Gefährdungspotenziale lassen sich durch den Einsatz von Trommelmotoren komplett vermeiden.

 

Geringer Platzbedarf


Das hygienische Design von Trommelmotoren spart zudem Platz. Einen Gurtantrieb mittels Trommelmotor ist selten auf den ersten Blick zu erkennen, ein seitlich am Profil angeflanschter Getriebemotor dagegen sofort. Das stört nicht nur das Auge, sondern ist auch hinderlich bei engen Platzverhältnissen. Da der Antrieb immer ziehen sollte, sitzt der Getriebemotor bei einem Steigförderer seitlich am höchsten Punkt. Gerade bei dieser Anwendung punkten Trommelmotoren mit geringerem Gewicht und ausgewogener Balance. Hinzu kommen eine einfachere Anlagenkonstruktion und -montage, hohe Laufruhe sowie verringerte Bauteilevielfalt.

 

Hohe Energieeffizienz


Da auf elektrisch angetriebene Systeme circa 70 Prozent des Stromverbrauchs von Industrie und produzierendem Gewerbe entfallen, ist zudem der Wirkungsgrad der Antriebe für die Fördertechnik entscheidend. Anwender in der Lebensmittelindustrie können enorme Kosten sparen, wenn sie die Wirkungsgrade ihrer Antriebe steigern, dies nicht nur bei der Primärenergie, die man für den Antrieb des Motors braucht, sondern auch bei der Sekundärenergie zur Senkung der Raumtemperatur. Trommelmotoren erzielen hierfür hervorragende Gesamtwirkungsgrade. Der 113er Rulmeca-Trommelmotor hat mit 0,37 Kilowatt beispielsweise einen elektrischen Wirkungsgrad von über 77 Prozent. Das entspräche der IE3, wenn diese Norm für diese Leistungsklasse gelten würde. Auch ist der mechanische Wirkungsgrad des Stirnradgetriebes mit 94 bis 97 Prozent, je nach Getriebestufe, sehr hoch. Im Vergleich dazu haben Schnecken-Getriebemotoren signifikant schlechtere Gesamtwirkungsgrade.


Woran liegt das? Die Konstruktion des Trommelmotors verringert die Friktionsverluste, da das Stirnradgetriebe direkt mit dem Motor verbunden ist. Zudem wird der Motor konstant und effizient durch ein Ölbad gekühlt. Es sind also der hohe Spezialisierungsgrad und die Bauform, die Trommelmotoren per se zur prädestinierten Antriebslösung für Förderbänder machen. Aufgrund all dieser Vorteile sollten Lebensmittelhersteller für ihre fördertechnischen Anlagen Trommelmotoren vorschreiben.

www.rulmeca-germany.com

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Beitrag aus dhf 7/8.2015

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