Foto: Fluro
„Wir sind Problemlöser“

Das Fluro-Werk in Rosenfeld ist ein Standort wie aus dem Bilderbuch. Aus der neuen Produktionshalle blickt man auf die Schwäbische Alb und hat dabei den Schwarzwald im Rücken.

„Rund um Gelenkköpfe und Gelenklager arbeitet die Mechanik auf höchstem Entwicklungsniveau, schließlich sind wir für alles, was die Begriffe Verbinden, Halten und Bewegen angeht, die richtigen Partner“, sagt Gino Fusco. Er ist stellvertretender Leiter im Fluro-Vertriebsteam. 

PETER SCHÄFER


Produkte, die in Rosenfeld entwickelt, produziert und montiert werden, möchte kein Maschinen- oder Anlagenbauer missen. Aber auch Konstrukteure aus dem Motorsport und Entwickler von Hydraulikzylindern wissen sie zu schätzen. Gelenkköpfe und -lager sind meist genormte Maschinenelemente. Sie werden in Lagerungen eingesetzt, in denen nicht geradlinige Bewegungen zwischen Welle und Gehäuse angesagt sind. Radialgelenklager eignen sich für Schwenk-, Dreh- und Kippbewegungen unter dynamischer Belastung.


Dass Gelenkköpfe und -lager es in sich haben, daran lässt Gino Fusco keinen Zweifel: „Wir unterscheiden zwischen wartungsfreien und wartungspflichtigen Typen. Gelenklager bestehen aus einem Innen- und einem Außenring, der sogenannten Lagerschale. Bei den wartungsfreien Varianten wird auf der Innenseite der Lagerschale der Gleitbelag in einem technisch anspruchsvollen und aufwändigen Verfahren fixiert. Dieser Belag kann eine Folie (z.B. aus PTFE – Polytetrafluorethylen), ein Gewebe oder ein anderer Compoundwerkstoff sein. Je nach Anwendung und Größe des Lagers. Von außen sieht man den Normteilen ihr bewegtes Innenleben nicht an. Wenn Gelenkköpfe und -lager als Maschinenelemente ihren Job machen, spielen Qualität und Lebensdauer eine entscheidende Rolle. Die Gleitbeläge, die Fluro verwendet, sorgen für eine lange Lebensdauer. „Und Folie ist eben nicht gleich Folie“, betont Fusco: „Vielen asiatischen Produkten fehlt es dagegen häufig an Qualität. Entscheidend ist die hohe Kompetenz, die wir uns in unserem fast 40jährigen Firmenbestehen erarbeitet haben.“ Ein Stichwort sind die FluroGlide-Hochleistungs-Gelenklager, die zum Beispiel für den Bau von Hydraulikzylindern oder für Schwerlastanwendungen eingesetzt werden. In solchen Anwendungen, bei Kränen oder im Brückenbau, darf keins dieser Maschinenelemente Schwächen zeigen. Entscheidend ist, dass sie langlebig und extrem robust sind, „und dafür steht die Marke Fluro“, ergänzt Gino Fusco. „Weitere interessante Beispiele für anspruchsvolle Einsätze sind Anlagen der Förder- und Hebetechnik, Bahn- und Verkehrstechnik, Anlagen zur Energieerzeugung, Photovoltaikanlagen, schwere Baumaschinen, Stahl- und Wasserbau, Portalkrane, Anlagen zur Stahlherstellung sowie landwirtschaftliche Maschinen.“

 

„Die Nische ist groß genug für ständiges Wachstum“


Wenn es um Gelenklager und Gelenkköpfe geht, genießt der Name Fluro einen ausgezeichneten Ruf. „Wir konzentrieren uns auf die Nische der metallverarbeitenden Industrie“, sagt Torsten Drake. Er übernimmt ab sofort den Vertrieb in Nord-, Mittel- und Ostdeutschland. Mit dem Nischendasein kann er gut leben, „denn die Nische ist groß genug, um die Fertigung in Rosenfeld auszulasten und ein sehr schönes regelmäßiges Wachstum zu ermöglichen. Schließlich gibt es im gesamten Maschinenbau kaum eine Anwendung oder eine Maschine, in der nicht irgendeines unserer Produkte steckt.“

 

Höchste Qualitätsanforderungen


Das höchste Pfund, mit dem Fluro punkten kann, ist die Qualität. „Selbst wenn die Maße bei anderen Gelenkköpfen und -lagern passen, das Innenleben macht den Unterschied aus. Hier geht die Qualitätsschere sehr weit auseinander“, beschreibt Drake. „Bei manchen chinesischen Normteilen ergibt sich bei anspruchsvollen Anwendungen vielleicht nur eine theoretische Lebensdauer von wenigen Wochen, während unsere wartungsfreien Hochleistungslager eine Lebensdauer von vielen Jahren erreichen.“


Es gibt zwar auch andere deutsche Hersteller, die diesen Markt mit sehr hochwertigen wartungsfreien Gelenklagern bedienen, aber das Besondere ist nicht zuletzt die Flexibilität und die Schnelligkeit, mit der das schwäbische Unternehmen Sonderwünsche der Kunden erfüllt. „Eine unserer Stärken sind die Sonderanfertigungen“, betont Fusco. „Wir entwickeln und fertigen Sondergelenke, die es sonst noch nirgends gibt.“ Am Anfang solcher Sonderanfertigungen steht dann meist der Wunsch eines Kunden, der den Fluro-Entwicklern nur als Grobskizze vorgelegt wird.

 

Wie entsteht eine Sonderanfertigung?


„Es gibt letztendlich zwei Wege“, ergänzt sein Kollege Drake: „Der eine verläuft über die Anfrage eines konkret definierten Lagers, das vom Anwender entsprechend seinen Bedürfnissen neu konzipiert wurde oder das in gleicher oder ähnlicher Form bereits im Einsatz ist. In diesem Fall optimieren wir eventuell noch Material, Fertigungsverfahren oder Gleitpaarung und arbeiten ein Angebot aus.“


Der andere Weg führt von der Aufgabenstellung des Kunden ein neues Produkt zu entwickeln über die Ingenieure in der Konstruktion. Hier legen die Anwendungstechniker die Produkte auf die Anforderungen des Kunden aus. Dabei kann Fluro auf eine große Bandbreite von Fertigungsmethoden zugreifen. Zur Herstellung von Sonderteilen kann neben der herkömmlichen Zerspanung auf Fertigungsprozesse wie Schmieden, Stanzen, Laser- oder Wasserstrahlschneiden, Hartdrehen, Biegen und Laserschweißen zugegriffen werden.


Ein gutes Produkt muss nicht teuer sein. „Fluro möchte mit seinen Lösungen alle Qualitätsanforderungen seiner Kunden abdecken und dabei für alle gleichermaßen preiswert sein. Wir bieten wunschgemäß die gesamte Palette an, von Low-cost-Produkten über eine mittlere Qualitätsstufe bis hin zum spezialisierten Hochleistungslager“, stellt Gino Fusco die Breite des Angebots heraus. Dabei ist die Richtung zum Systemlieferanten für Komponenten und ganze Baugruppen fest vorgegeben.

 

Lagertechnik im Maschinenbau


Gelenklager und -köpfe sowie die darauf basierenden Systeme gehören praktisch zu jeder Maschine – „von der Verpackungsmaschine bis hin zu den Holzbearbeitungsmaschinen setzten die Hersteller kundenspezifisch abgewandelte Standardteile ein“, sagt Gino Fusco und schwenkt zum klassischen Maschinenbau: „Dorthin liefern wir sehr viele Koppelstangen, was insgesamt einen durchaus nennenswerten Teil unseres Umsatzes ausmacht.“

 

Partner für die Intralogistik


Sowohl die Intralogistik als auch die Fördertechnik zählen zu den Top-Kunden der universellen Komponenten: „Auch wenn in dieser Branche unsere standardisierten Teile weit verbreitet sind, bieten wir hier ebenso viel Maßgeschneidertes. Wir können fast jede mögliche Form an Verbindungselementen konstruieren und brauchen unser Licht nicht unter den Scheffel zu stellen“, sagt Gino Fusco nicht ohne Stolz und erklärt, wie der Service funktioniert: „Wenn wir je nach Bauart kundenspezifische Sonderteile entwickeln, erfragen wir im Gespräch mit dem Kunden die Parameter, die Einsatzbedingungen des gewünschten Bauteils und erstellen eine theoretische Lebensdauerabschätzung.“

 

Problemlöser in der Fahrzeugtechnik


Wer Funktionsteile für den Motorsport baut, erwirbt sich so etwas wie den Adelstitel der Konstruktion. Konsequente Erforschung neuer Bewegungslösungen sowie kontinuierliche Produktentwicklung haben Fluro den Weg zu den Anwendungen im Motorsport geebnet. Heute gehören die Gelenklager und -köpfe zu den Standards in Rennfahrzeugen und getunten Serienmodellen. Verwendung finden die Motorsport-Produkte im Fahrwerksbereich wie zum Beispiel in Querlenkern und in der Radaufhängung.


„Der Ruf als Problemlöser hat uns den Zugang zu dieser Branche verschafft“, erklärt Torsten Drake die Erfolgsstory. „Die ständige Weiterentwicklung unserer Produkte und der enge Kontakt zu Ingenieuren aus der Fahrzeug- und Motorsportindustrie haben dazu beigetragen, Fluro zu einem der führenden Hersteller für Gelenkköpfe und Gelenklager im Rennsport zu machen.“

 

Temperaturen bis zu 800 Grad Celsius


Speziell im Motorenbau für Minenfahrzeuge und Schiffe herrschen extreme Bedingungen für die Fluro-Verbindungselemente. Die Vorraussetzungen lauten: Temperaturschwankungen von -50 bis +800 °C, lange Lebensdauer und hohe Vibrationsbeständigkeit bei geringster Gleitreibung. Hier sind die Standard-Materialien die der Markt bietet überfordert. Die Lösung für dieses Problem sind extrem widerstandsfähige Werkstoffkombinationen. Die Rohmaterialien selbst werden nur auf Anforderung hergestellt und stammen u. a. aus der Bergbauindustrie. Individuell auf diese speziellen Werkstoffe zugeschnittene Bearbeitungs- und Montageanlagen machen solch ein Produkt serientauglich. Die eigenentwickelten Bauteile werden bei Fluro vor Auslieferung an den Kunden auf Herz und Nieren geprüft. So wurden die ersten Produkte aus diesen Werkstoffen auf eigens dafür hergestellten Prüfanlagen einem Dauerlauf unterzogen. Die Kunden haben ein Jahr später jedoch nicht schlecht gestaunt, als die Prüfanlagen aufgrund der eigenen Vibration zerstört waren und die Fluro-Verbindungselemente nahezu keine Verschleißerscheinungen hatten. 

www.fluro.de

 

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