Wolfgang Kaup (l.), Markus Spengler, Wanzl
Transportsysteme 4.0

Solides Handwerk hat bei Wanzl Tradition. Aus dem einstigen Handwerksbetrieb ist ein weltweit tätiger Konzern geworden. dhf Intralogistik im Gespräch mit Wolfgang Kaup, Leiter des Geschäftsbereichs Logistics + Industry, und seinem Nachfolger Markus Spengler über den erfolgreichen Aufbau, die Pläne für die zukünftige 4.0-Welt und auf welche Innovationen sich die Kunden von Wanzl in den nächsten Monaten freuen dürfen.

Herr Kaup, Wanzl aus Leipheim adressiert mit vielfältigen Transportlösungen den internationalen Markt. Wie ist das Unternehmen strukturiert?


Wolfgang Kaup: Die Erfolgsgeschichte der Firma Wanzl begann 1947 in einer kleinen Werkstätte für Waagenbau und sonstige Reparaturdienste. Nur ein Jahr später lieferte der Drahtverarbeitungsspezialist schon die ersten Einkaufskörbe aus Drahtgitter an einen Augsburger Selbstbedienungsladen. Heute ist Wanzl in die sechs Geschäftsbereiche Retail Systems, Shop Solutions, Logistics + Industry, Airport, Access Solutions sowie Hotel Service untergliedert. Weltweit arbeiten rund 4500 Angestellte in elf Produktionswerken und 21 Niederlassungen für das Unternehmen. Darüber hinaus sorgt ein engmaschiges Händlernetz für kompetente Kundenberatung rund um den Globus.

 

Mit welchen Maßnahmen haben Sie in den vergangenen Jahren den Bereich Logistics + Industry so erfolgreich aufgestellt?


Wolfgang Kaup: Der Geschäftsbereich Logistics + Industry wurde offiziell 2002 gegründet und war als weiteres Standbein neben Retail Systems, Shop Solutions und Airport Service geplant. Da vor 15 Jahren noch niemand in der Industrie und Logistik den Namen Wanzl kannte, versuchten wir möglichst schnell eine hohe Kompetenz in puncto Materialfluss aufzubauen, um mit unseren Kunden auf Augenhöhe zu sprechen. Wir verfügten anfangs über ein Produktportfolio mit drei, vier Rollcontainern und zwei gleichartigen Kommissionierwagen, merkten aber bald, dass gerade bei den Transportsystemen sehr spezielle Anforderungen gefragt sind. Immer nahe am Kunden wurde Wanzl auch in diesem Geschäftsbereich schnell zum anerkannten Lösungsanbieter, mit einer immer umfangreicher werdenden Produktpalette entlang der logistischen Wertschöpfungskette.


Sehr positiv auf unseren Geschäftserfolg wirkte sich die Erkenntnis vieler Industriebetriebe aus, dass eine gut funktionierende Intralogistik einen echten Wettbewerbsvorteil darstellt. Und auch von der späteren Weiterentwicklung vieler Logistikdienstleister zu echten Fulfillment-Centern profitierten wir bei Wanzl, da jede Menge passender Transportsysteme für die optimale Abwicklung derer Warenströme benötigt wurden.

 

Herr Spengler, verraten Sie uns wie Sie planen, die Erfolgsgeschichte der Wanzl Logistics + Industry in den kommenden Jahren weiterzuführen?


Markus Spengler: Natürlich haben wir uns eine Strategie überlegt, den Geschäftsbereich erfolgreich weiterzuführen. Ein wichtiger Punkt dabei ist die verstärkte Internationalisierung. Für die Belieferung des europäischen Markts haben wir in den letzten Jahren zwei große Produktionswerke in Kirchheim, Deutschland, und in Olomouc, Tschechien, erweitert und in moderne Fertigungstechnologien investiert. Über unsere Niederlassungen in USA und China werden wir jetzt verstärkt Nordamerika und den asiatischen Raum bedienen. Die Produktion alleine ist allerdings nicht das Entscheidende. Wir haben vor Ort internationale Entwicklungs- und Vertriebsteams aufgestellt, um genau die Produkte anbieten zu können, die die lokalen Märkte verlangen.


Ein weiterer Punkt ist die Verbesserung der Ergonomie unserer Produkte und die damit einhergehende Arbeitsplatzoptimierung. So schont der elektrisch angetriebene KT3 „drive“ die Gesundheit der Mitarbeiter, und die einfache Bedienbarkeit macht das Handling zum Kinderspiel.


Immer wichtiger wird auch der „Speed to Market“. Für eine möglichst schnelle Lieferung bieten wir einen Produkt-Konfigurator direkt am Point of Sale. Der Kunde gibt dort seine spezifischen Anforderungen ein und sieht in Echtzeit das 3D-Modell des gewünschten Transportsystems. Durch eine optimale Ressourcennutzung sind wir in der Lage, auch sehr große Bestellungen in kurzer Zeit abzuwickeln.

 

Welche Transportsysteme für welche Branchen – nennen Sie bitte die Topseller!


Markus Spengler: Wir verstehen uns als Lösungsanbieter für Transportsysteme in Branchen wie der Logistik, mit E-Commerce, KEP oder der Belieferung von Supermärkten. Aber auch für das produzierende Gewerbe, die Automotive Industrie, Lebensmittelhersteller und den Maschinenbau und Elektroindustrie. Für diese Bereiche bietet Wanzl ein breites Portfolio an Kommissionierwagen, Rollcontainer, Systempaletten beziehungsweise Palettenaufsatzsysteme oder Palettentransporter und Bodenroller als Standardlösungen an. Allerdings entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden auch individuelle Produktlösungen für ganz spezifische Einsatzzwecke, um deren Prozesse so effizient wie möglich zu gestalten.


Topseller im Bereich Logistics + Industry sind zum Beispiel unsere Kommissionierwagen der KT-Serie - nicht umsonst sind wir hier der Marktführer und überzeugen immer wieder aufs Neue mit Innovationen und Top-Qualität.

 

Welche Trends sehen Sie im Bereich der innerbetrieblichen Transportlösungen, und welche Neuentwicklungen planen Sie die nächsten Monate?


Markus Spengler: Wenn wir das produzierende Gewerbe betrachten, ist aktuell das große Schlagwort „Industrie 4.0“. Hier werden wir in den kommenden Jahren große Veränderungen und viele neue Entwicklungen sehen. Wir werden auf der LogiMAT 2017 in Stuttgart als Neuheit einen Kommissionierwagen präsentieren, der für unsere Kunden hinsichtlich Individualität in Kombination mit schneller Verfügbarkeit neue Maßstäbe setzen wird.


Auf der ProMAT 2017 in Chicago werden wir einen KT3 „drive“ für den U.S. Markt vorstellen, der über die UL Approval verfügt, und in China werden wir ebenfalls mit einem KT3 „drive“ in den Markt gehen. Unser Produktmanagement und unsere Entwicklungsabteilung haben viele Ideen, wie wir das Kommissionieren ergonomisch optimieren und effizienter gestalten können. Auch im Bereich innerbetrieblicher Transport werden wir mit spannenden Produkten unser Portfolio noch weiter ausbauen.

 

Sind Ihre Transportsysteme schon Industrie 4.0-ready, und wie lassen sie sich in die automatisierte Produktion oder Lagerlogistik integrieren?


Markus Spengler: Wir haben inzwischen fahrbare Ladungsträger für FTF in unsere Produktpalette aufgenommen und erfolgreich bei Kunden im Einsatz. Der Dauereinsatz fordert höchste Qualität bei Material und Verarbeitung, damit die Intralogistik zwischen den Lagern und der Montage rund um die Uhr rollt. Für den Kommissionierbereich gibt es den KT3 „drive“. Dieser Kommissionierwagen verfügt über einen Elektroantrieb und Lithium-Ionen-Batterietechnologie. Der Mitarbeiter kann den Wagen mit bis zu 300 Kilogramm beladen und bringt ihn dann per Knopfdruck zum Rollen. Das ist sehr ergonomisch und kräfteschonend, ein Arbeitsplatz, an dem man gerne arbeitet.


Mit einem Elektroantrieb und modernen Batterien alleine ist es aber nicht getan. Wir bieten eine Vielzahl an Zusatzprodukten an, die sich adaptieren lassen, um den Komfort und die Effizienz noch weiter zu erhöhen. Der SOC-Indikator zeigt den aktuellen Batterieladezustand, Blue Beam-Technik und Rundumleuchten erhöhen die Betriebssicherheit. Weitere Peripheriegeräte von externen Herstellern, wie zum Beispiel Pick-by-Light-Systeme, Barcode Scanner oder Bildschirme, können ebenfalls an den KT3 „drive“ angeschlossen werden. So ausgestattet lässt sich der Kommissionierwagen leicht in Industrie 4.0-Umgebungen innerhalb der Produktion oder der Intralogistik integrieren.

 

Machen Leasing, Gebrauchtsysteme sowie Reparatur und Instandsetzung neben dem Verkauf von Neuware relevante Größen in Ihrer Unternehmensbilanz aus?


Markus Spengler: Unser Haus hat langjährige Erfahrungen im Bereich Leasing. Wenn Kunden mit diesem Wunsch an uns herantreten, können wir maßgeschneiderte Lösungen anbieten.


Wanzl verfügt zudem über ein weltweites Netz an Servicepartnern sowie eigene Service-Units, um bei Kunden vor Ort Service, Reparaturen und Instandsetzungen in kürzester Zeit durchführen zu können. Hierzu kann unsere Serviceabteilung Vorschläge anbieten, die den individuellen Bedürfnissen Rechnung tragen.

 

In wieweit haben Kunden Einfluss auf die Entwicklung von neuen Wanzl-Produkten? Produzieren Sie auch Spezialanfertigungen und Miniserien?


Markus Spengler: Wie schon erwähnt verstehen wir uns als Lösungsanbieter. Das beginnt bei kompletten Neuentwicklungen für individuelle Anwendungen, die wir anschließend in unserem Musterbau technisch umsetzen und mit dem Kunden erproben, bevor das Produkt in die Serienfertigung geht. Diese Spezialanfertigungen sehen wir als einen wichtigen Teil, um uns technologisch immer weiterzuentwickeln.


Wanzl ist sicher einer der wenigen Anbieter in der Branche, der in der Lage ist, auch große Stückzahlen in hoher Qualität und kurzer Zeit zu fertigen. Wir sind uns aber bei jeder Anfrage bewusst, dass in dieser dynamischen Zeit aus einer Miniserie, oder wie es bei uns im Haus heißt „Kleinserie", immer etwas Großes werden kann. Dementsprechend gehen wir respektvoll mit Kleinserien um und geben stets unser Bestes. Dieses Bewusstsein ist bei allen unserer Mitarbeiter vorhanden.

 

Sagen Sie uns bitte abschließend, warum ein moderner Kommissionierwagen, Rollcontainer oder Transportwagen unbedingt aus dem Hause Wanzl kommen sollte.


Markus Spengler: Die Firma Wanzl steht für Lösungskompetenz, Zuverlässigkeit und Innovationsgeist. Mit unseren sechs Geschäftsbereichen sind wir seit Jahrzehnten Weltspitze. Unsere Produkte bieten beste Qualität, ansprechende Ästhetik und individuelles, klares Design, kombiniert mit einem Höchstmaß an Ergonomie.

 

Herr Kaup, Herr Spengler, ich bedanke mich für das interessante Interview und wünsche Ihnen für Ihre private und berufliche Zukunft viel Erfolg.

www.wanzl.com

 

Interview aus dhf 1-2.2017

17_2_dhf_TS_188.jpg

Gerne können Sie dhf 1-2.2017 mit weiteren interessanten Beiträgen bestellen:

E-Mail:  cedra@agt-verlag.de         

oder:      Kontaktformular

agt agile technik verlag gmbh
Teinacher Straße 34
71634 Ludwigsburg

Vertrieb, Frau Beate Cedra
Tel.: 07141/22 31-56

agt_logo_200_60.png



spacer

VORSCHAU >>>

Weltrangliste Flurförderzeuge

16_12_WRL_link_154.jpg

spacer
Einzelbewertung Krane,  Flurförderzeuge, etc.
LECTURAshop_val.jpg
spacer
Blickfang
17_5_BF_knapp_154.jpg

Pick-Spezialist
-
In sämtlichen Prozessen eines Warenlagers, in denen gleichbleibend hohe Performance und Qualität über einen längeren Zeitraum gefragt sind, stößt die menschliche Ressource an ihre Grenzen. Ein Lösungsansatz ist der Einsatz von Industrierobotern: Deren zuverlässige Griff in die Kiste galt jedoch in der Intralogistik lange als kaum überwindbare Schwierigkeit.  ...
weiter lesen 

spacer
Mediadaten 2017
17_dhf_media_154_108.jpg
spacer
Herstellerumfrage
Lagerlogistik
16_10_Herstellerumfrage_LL_.jpg
spacer
Herstellerumfrage
Krane + Hebezeuge
16_7_UMF_KH_188.jpg
spacer
Herstellerumfrage Flurförderzeuge
16_6_Herstellerumfrage_FFZ_.jpg
spacer
dhf Intralogistik TV
15_FEB_Kachelbild_154.jpg
spacer



Jobbörse  

 
       Logo_Logjobs_für_dhf.jpg

Social Bookmarks
Hier können Sie diese Seite Ihrem Portal dazufügen
Diese Seite zu Mister Wong hinzufügenDiese Seite bei del.icio.us hinzufügenBei Linkarena verlinkenBei Windows Live verlinkenBei Blinklist verlinkenBei digg verlinkenBei Furl verlinkenBei Google Bookmarks verlinkenBei Webnews verlinkenBei Yahoo My Web 2.0 verlinken

dhf Intralogistik online - Fachzeitschrift für Intralogistik

Online Werbung @ dhf
  
  
spacer