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14 Titelthema der Energieketten, Zug- und Schubkräfte und Beschleunigungen und ermöglichen ein Monitoring in Echtzeit. „Der Anwender kann dank dieser Vernetzung mechanische Beschädigungen sofort erkennen und beheben, noch bevor Folgeschäden entstehen. Das beugt unerwarteten Stillstandszeiten   3.2018 des Krans vor und sorgt für einen wirtschaftlicheren Betrieb.“ Energieketten: verlässlich, platzsparend und flexibel Doch nicht nur neue Krane können mit e-Kettensystemen ausgestattet werden. Auch alte Krane mit Energieketten zu modernisieren bringt Betreibern eine ganze Reihe von Vorteilen. Sie erhöhen zum Beispiel die Anlagensicherheit. „Bei Festoonings besteht die Gefahr, dass sich Schlaufen verheddern und einen teuren Betriebsstillstand verursachen“, erklärt Diehl. „Energieketten hingegen sorgen für eine wesentlich verlässlichere Leitungsführung, selbst bei Verfahrwegen von mehreren Hundert Meter.“ Ein weiterer Vorteil der Energieketten: Sie lassen sich platzsparender einbauen als Festoonings. Können vertikal hängende Kabelschlaufen bis zu drei Meter lang sein, beträgt die Systemhöhe eines e-Kettensystems lediglich 80 Zentimeter. Darüber hinaus ist der modulare Aufbau der Energiekette flexibler für Erweiterungen bei der Leitungsbelegung oder spätere Nachrüstungen. Im Inneren der Kette finden neben Energie- und Datenleitungen problemlos auch LWL-Leitungen oder Schläuche für hydraulische Flüssigkeiten Platz, alle sicher in Position gehalten von variablen Einsteckböden. Der Anwender spart zudem 10 Prozent Stahlbau für den Kabelbahnhof des Festoonings. Nicht zuletzt gibt es mittlerweile Energieketten wie die P4, die Igus mit Rollen in den Kettengliedern auf einen reibungsarmen und energiesparenden Lauf optimiert hat. Wenn sich die Kette faltet, rollt das Obertrum auf dem Untertrum. Im Vergleich zur Gleitreibung fällt diese Rollreibung um 75 Prozent geringer aus, das bedeutet bis zu 57 Prozent weniger Antriebsleistung im Vergleich zu gleitenden Anwendungen. Energieketten machen den Kran nicht zuletzt flexibler für Erweiterungen. Daher konstatiert Diehl: „Es ist vernünftig, sich von Schleppkabelsystemen zu verabschieden und auf Energiekettensysteme zu setzen.“ Überzeugt von diesen Vorteilen ist unter anderem Konecranes. Der Hallenkran-Hersteller setzt bereits auf Energieketten-Lösungen von Igus. Igus übernimmt die professionelle Montage Voraussetzung für einen zuverlässigen und energieeffizienten Betrieb ist, dass die Energieketten auf die Anlage abgestimmt und professionell montiert sind. Das übernimmt auf Wunsch der Igus-Montageservice. „Unser qualifiziertes Fachpersonal garantiert eine schnelle und fehlerfreie Montage und legt damit einen Grundstein für eine hohe Anlagenverfügbarkeit“, erklärt Theo Diehl. „Egal wie es um die Architektur des Krans und Platzverhältnisse bestellt ist, gemeinsam mit dem Kunden finden wir eine Kombination aus Energiekette und Führungssystem, die hohe Anlagensicherheit garantiert.“ Auf Wunsch übernimmt Igus sogar die Konfektionierung. Das Unternehmen betreibt in Köln die Readychain Fabrik, die pro Woche bis zu 500 einbaufertige Systeme herstellt. „Viele Kranbauer wünschen sich vorkonfektionierte Systeme mit Leitungen und Steckverbindungen, die sich direkt anschließen lassen. Das Allesaus einer-Hand-Prinzip führt zu Zeiteinsparungen von über 50 Prozent.“ Modularer Baukasten für die Kranmodernisierung Igus stellt einen modularen Baukasten zur Verfügung, mit dem sich 90 000 Energieketten erstellen lassen – für unterschiedliche Verfahrwege, Beschleunigungen, Zusatzlasten und Umweltbedingungen. Die Energieketten können bei großen Containerbrücken in Häfen Rekordlängen von über 600 Meter erreichen und dabei ein hohes Füllgewicht von 90 Kilogramm pro Meter und mehr aufnehmen. Der Baukasten ist allerdings nur ein Baustein einer erfolgreichen Kranmodernisierung. Diese ist am effektivsten, wenn erfahrene Berater zur Verfügung stehen, meint Diehl. u www.igus.de p In vielen Krananlagen weltweit kommen inzwischen Rollen-Energieketten der Serie P4 zum Einsatz, die für höchste Dynamik auf langen Verfahrwegen entwickelt wurden. Die Rollen des Obertrums laufen beim System P4 nicht übereinander, sondern versetzt durch die des Untertrums (beide grün markiert) und werden durch kammartige autoglide-Stege (grün markiert) unterstützt. Die neueste Generation zeigt Igus auf der Hannover Messe q Im 2 750 Quadratmeter großen Testlabor, davon 1 000 Quadratmeter Außenanlagen, werden die Energieketten realen Tests unterzogen


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