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10 Nachrichten der Intralogistik Logistik 4.0 ist in den Fabrikhallen angekommen: Die Optimierung logistischer Prozesse durch den Einsatz intelligenter, vernetzter und digitaler Technologien ist zentrales Thema auf dem 27. Deutschen Materialfluss-Kongress des VDI am 1. und 2. März 2018 in Garching bei München.   3.2018   Prof. Johannes Fottner zu aktuellen Fragen der Intralogistik p Prof. Dr.-Ing. Johannes Fottner, Kongressleiter, Lehrstuhl für Fördertechnik Materialfluss Logistik, TU München, stellvertretender Vorsitzender und Mitglied des Vorstands der VDI Gesellschaft Produktion und Logistik (GPL) (Fotos: TU München) Häufig wird die „vierte industrielle Revolution“ als Synonym für die komplette Substitution menschlicher Arbeit durch Roboter und andere autonome Technologien gesehen – was macht der Mensch dann in der Zukunft? Prof. Johannes Fottner: Gerade in Bereichen hoher Lohnkosten hofft man natürlich auf eine nachhaltige Optimierung der eigenen Wettbewerbssituation durch einen hohen Technologieeinsatz und damit verbunden auf eine weitreichende Unabhängigkeit von Lohnkosten. In der Vergangenheit hat man hier immer wieder festgestellt, dass ein hoher Grad an Automatisierung entweder auf Grund der zu erfüllenden Flexibilität technisch nicht umsetzbar oder wirtschaftlich nicht rechtfertigbar war. Moderne Technologien haben dieses Dilemma durchbrochen: Maschinen und Technik generell sind heute weitreichend anpassbar und lernfähig. Vernetzte Technologien passen sich in kürzester Zeit neuen Bedingungen an. Dennoch ist auch heute in vielen Einsatzfällen der Mensch nicht zu ersetzen. Die gerade im klassischen Mittelstand üblichen Stückzahlen erlauben es nicht oder die Vielzahl von unterschiedlichen Herausforderungen erfordert ein so flexibles Vorgehen, dass der Mensch die bestmögliche Lösung ist. Was aber auch in diesen Fällen bereits heute geht, ist eine Entlastung und Unterstützung der wertvollen Ressource Mensch durch Technologien. Ich möchte also sagen, es wird durchaus noch einige Zeit dauern, bis Maschinen einen Großteil der heute von Menschen ausgeübten Tätigkeiten übernehmen können. Aber bereits heute kann eine weitreichende Kompensation der Schwächen des Menschen über Technologien erreicht werden oder seine Produktivität kann durch Technologieunterstützung so gefördert werden, dass die Wettbewerbsfähigkeit wieder klar gegeben ist. Wird die Mensch-Maschine-Zusammenarbeit einen signifikanten Einfluss auf unsere Arbeitswelt haben? Sie wird nicht Einfluss haben – sie hat bereits. Tatsächlich zeigt sich in der Technik immer wieder, dass der flächendeckende Einsatz einer Technologie vergleichsweise einfach wäre. Der Übergang, und dabei sprechen wir von Jahren oder Jahrzehnten, wird uns aber in eine intensive Hybridsituation bringen. Wir müssen nicht nur damit leben, dass Menschen und Maschinen ihre Informationen über unterschiedliche Kanäle bekommen (der Mensch hat keinen WLAN- oder USBZukunftsvision


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