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36 Flurförderzeuge kann 2 x 1000 Kilogramm tragen. Die Anlage ist so konzipiert, dass pro Stunde bis zu 300 Transporte durchgeführt werden können. Umbau in einzelnen Phasen „Bei der Modernisierung mussten wir eine ganz bestimmte Reihenfolge einhalten“, erklärt Pierre-Alain Bigler, in Estavayer-le-Lac der Leiter der Automationsprojekte im Bereich Logistik. „Der erste Grund: Wir konnten nicht einfach einige alte Fahrzeuge aus der Anlage nehmen und zum Umbau nach Deutschland schicken. Dann nämlich hätte das FTS als Herzstück der Intralogistik die erforderliche Leistung nicht mehr erbracht, und es wäre zu temporärem Stillstand bei der Produktion und damit zu Verzögerungen bei der Auslieferung gekommen.“ Daher lieferte MLR zusätzlich zu den 17 bisherigen Geräten zwei baugleiche Neufahrzeuge für die Anlage, um Transportengpässe bei der Entnahme von Altgeräten zu unterbinden. Pierre-Alain Bigler: „Beim Nachbau der beiden Fahrzeuge zeigte sich die Firma Eisenmann, die heute keine FTS mehr liefert, äußerst kooperativ.“ Der zweite Grund: Der alte Leitrechner auf Basis einer speicherprogrammierbaren   11.2017 Steuerung (SPS) von Siemens wäre nicht in der Lage gewesen, die modernisierten FTF zu steuern. So wurde Leitrechner stabil arbeitete, wurden die beiden Nachbau-Geräte in die Anlage integriert, um auf dem gleichen, 1366 Meter langen Parcours mitzuarbeiten. Kontinuierlicher Austausch Derzeit gibt es bei ELSA einen Mischbetrieb. Das heißt: Alte und modernisierte fahrerlose Fahrzeuge fahren gemeinsam. Immer dann, wenn ein erneuertes Fahrzeug in die Schweiz geliefert wird, nimmt der Spediteur ein altes Fahrzeug zum Umbau mit nach Deutschland. Das geschieht etwa alle drei Wochen. „Wird ein umgerüstetes FTF morgens um 8 Uhr angeliefert, arbeitet es bereits gegen 12 Uhr im System mit“, freut sich Pierre-Alain Bigler. Das Reengineering und die Inbetriebnahme eines Gerätes dauern rund neun Wochen. Dazu werden die mechanischen, elektrischen und elektronischen Komponenten demontiert und geprüft sowie die Antriebseinheiten mit Reglern, Lasernavigation und Fahrzeugrechner neu aufgebaut. Ein wesentliches Merkmal der auf den neuesten Stand der Technik gebrachten FTF ist das moderne Energiekonzept. Pierre-Alain Bigler: „Bislang waren die alten Fahrzeuge mit Bleibatterien bestückt. Das automatische Laden dieser Energieträger war ein Prop Log OS bietet eine übersichtliche Darstellung des Anlagenstatus u Die Lithium-Ionen-Batterien der FTF werden über Deckenkontakte automatisch geladen beschlossen, in einer ersten Bauphase die SPS durch ein neues, intelligentes Transportleitsystem zu ersetzen. Dabei handelt es sich um die Leitrechnersoftware MLR-Log OS-FTS neuester Generation auf PC-Basis, die in der Lage ist, auch die alten Eisenmann-Fahrzeuge zu steuern und zu verwalten, „ein Umstand, der uns sehr gut gefallen hat“, so Pierre-Alain Bigler. Die umgerüsteten FTF sind mittels WLAN an das Leitsystem Log OS angebunden. Es stellte sich heraus, dass Log OS die alten Geräte intelligenter disponierte, in dem zum Beispiel weniger Leerfahrten auftraten und, dank besserer Nutzung der zwei Lastaufnahmemittel auf den FTF, mehr Doppelspiele gefahren werden konnten. Durch diese Leistungssteigerung konnte ELSA auf Anhieb auf drei Alt-FTF gleichzeitig verzichten und sie zum Modernisieren freigeben. Der SPS-Leitrechner blieb zunächst aus Redundanzgründen erhalten, um bei der Inbetriebnahme des Log OS-Systems, die üblicherweise mit Unterbrechungen einhergeht, auf ihn zurückschalten zu können. Schließlich hat die hohe Verfügbarkeit des FTS höchste Priorität. Sobald der MLRzess, der acht Stunden dauerte. Waren alle Plätze zum Batterieladen besetzt, kamen Wechselbatterien zum Einsatz.“ Die Retrofit- Fahrzeuge haben hingegen eine Lithium-Ionen-Batterie an Bord. Diese sind schnellladefähig, verbleiben im Fahrzeug und werden über Deckenkontakte von sechs Ladegeräten automatisch geladen. Darüber hinaus haben sie ein geringeres Gewicht, können zwischenzeitlich nachgeladen werden, haben sehr kurze Ladezeiten von nur etwa zwei Stunden und eine lange Lebensdauer. „Die oben liegenden Ladekontakte haben den Vorteil, dass sie nicht nur weniger Platz einnehmen, sondern auch sicherer sind als seitlich oder im Boden angeordnete Kontakte“, verdeutlicht Pierre-Alain Bigler. Dank des neuen Energiekonzepts wird den Mitarbeitern nicht nur der manuelle Batteriewechsel erspart. Es führt auch durch die deutlich verringerte Ladezeit zu einer Leistungssteigerung der Anlage. Der Umbau des fahrerlosen Transportsystems, der einem Eingriff „am offenen Herzen“ gleicht, wird Ende 2017/Anfang 2018 abgeschlossen sein. Pierre-Alain Bigler betont: „Bisher gab es weder bei dem Leitsystem noch bei den Retrofit-Geräten eine Panne, also auch keine Produktionsstörung. Wohl auch deshalb wurde das neue System vom Betrieb gut angenommen. MLR hat die Aufgabe gut gemeistert.“ u www.mlr.de


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