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27 www.Dhf-magazin.com Stellplätzen, zweifach tief, zur Verfügung. Diese Sequenzer versorgen die zwölf Pick- und Packarbeitsplätze mit Behältern in der vom SAP vorgegebenen Reihenfolge. Dort kommissionieren Mitarbeiter über SAP-Dialoge die Ware, indem sie sie wiegen, bestätigen, verschließen und mit Versandpapieren versehen. Die Software nimmt dadurch dem SAP-System sehr viel komplexe Steuerungsfunktionen ab. „Um mit Standardfunktionen so komplexe automatisierte Prozesse zu steuern, hilft der Materialflussrechner enorm“, so Rösch. Somit bietet er der Unternehmensgruppe die Möglichkeit, verschiedene Prozesse zu optimieren, da die Koordination der Materialflusslogik sich in einer Hand befindet und die Echtzeit-Anforderungen aus dem EWM ausgelagert sind. Es existiert somit eine klare Trennung von Funktionen und Verantwortung für Leistungsmerkmale des SAP-Systems. Eine Neuentwicklung der Standardfunktionen des Materialflussrechners war nicht notwendig. Dazu zählen unter anderem unterschiedliche Einlagerungsstrategien und die Verwaltung der Lagerfächer bei vierfach tiefer Lagerung. In der Entwicklungs- und Testphase lieferte die Sysmat Software „Anlagenemulation“ einen wesentlichen Beitrag zu hoher Ergebnisqualität von Entwicklungen bei gleichzeitig kurzer Laufzeit im Projekt. Sie stellt einen vollwertigen Kommunikationspartner für SAP EWM zur Verfügung und erlaubt Entwicklung, Funktions- und Integrationstest der EWM-Komponenten. Das ermöglicht frühzeitige Tests der Schnittstellenprogramme und die Überprüfung der Kommunikationslogik. Eventuelle Fehler oder offene Punkte in der Schnittstellenspezifikation erkennt das Entwicklungsteam früh und kann sie beseitigen, noch bevor die physikalische Anlage gekoppelt ist. Typisches Beispiel für einen Test ist die Integration weiterer logistischer Arbeitsplätze, wie beispielsweise für Dekonsolidierung und Kommissionierung, die im EWM mit der Fördertechnik zur Andienung und Abförderung von Ladungsträgern geführt werden. „Durch den Einsatz des Materialflussrechners und der Emulation wurde die Projektlaufzeit enorm verkürzt. Wir konnten mit der Emulation bereits parallel zum Aufbau von Mechanik und Steuerungstechnik alle EWM-Funktionen erstellen und testen“, so Rösch. Wie viel Zeit ein derartiges Vorgehen spart, wird bei der Gegenüberstellung von konventioneller Methode und Materialflussrechner inklusive Emulationsfunktion deutlich. Der konventionelle Weg sieht einen sequentiellen Ablauf vor. Das heißt, die Integration von SAP mit der Anlage erfolgt vor Ort. Dazu testet der Anwender im ersten Schritt die Schnittstellenprogramme und überprüft die Syntax. Die Semantik, also die Nachrichtenlogik, testet er im nächsten Schritt. Der dritte Schritt widmet sich den Nachrichtensequenzen, das heißt, es erfolgt eine Überprüfung der Logik- und Statusübergänge. Alleine diese Tests dauern mit der physikalischen Anlage circa vier bis sechs Wochen. Im letzten Schritt finden p Im neu errichteten Distributionszentrum von Schaeffler Technologies übernimmt ein grafischer Materialflussrechner die Steuerung der Anlage auf der Basis von Transporten aus dem SAP-System (Foto: Aberle) u Der Materialflussrechner matCONTROL übernimmt die Verwaltung der Lagerfächer für das vierfach tiefe Behälterlager und die Warteschlangenverwaltung (Foto: Sysmat) Informationstechnologie Tests zu den logistischen Prozessen statt. Im Gegensatz dazu benötigen die Tests der Logik und Statusübergänge mit einer Kombination aus Materialflussrechner und Emulation lediglich zwei Wochen. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Echtanlage identisch mit der Simulation verhält. Auch hier erfolgt am Ende ein Prozesstest der logistischen Vorgänge. Gerade dort zeigt sich die Stärke der Software. „Die Inbetriebnahme wurde wesentlich verkürzt, da die Module bereits getestet in die Phase ‚Integrationstest und Inbetriebnahme‘ einfließen konnten“, resümiert Rösch. Bereit für ständige Optimierung Darüber hinaus wird ein durchgängiges Qualitätssicherungssystem für Schulungen und Tests durch Key-User aufgebaut und genutzt. Durch die Emulationsfunktionen, die Sysmat bereitstellt, ist eine Prozess-Schulung der Benutzer direkt am System möglich. Auch bei künftigen Funktionserweiterungen und Upgrades steht die Testumgebung zur Verfügung, die somit das Risiko von Systemfehlern auf der produktiven Anlage minimiert. Am Ende des Projekts profitierte Schaeffler von der insgesamt stark verkürzten Projektlaufzeit. Die anspruchsvollen Ziele des Unternehmens sowohl hinsichtlich der Funktion als auch das SOP-Datums (erste Kundenlieferung) erfüllte das Projekt. „Ohne die Möglichkeit einer vorherigen Emulation hätte die Inbetriebnahme deutlich längere Zeit in Anspruch genommen. Auch bei Funktionserweiterungen und Upgrades steht die Testumgebung zur Verfügung, sodass das Risiko von Systemfehlern auf der produktiven Anlage verringert wird“, stellt Rösch fest. u www.sysmat.de


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