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26 Anlagenemulation verkürzt Projektlaufzeit Unternehmen wie Schaeffler stehen an der Weltspitze, weil sie ständig daran arbeiten, mit dem technologischen Fortschritt zu gehen. Die Optimierung von Produktions- und Distributionsprozessen steht dabei im Vordergrund. Gemeinsam mit Aberle und Sysmat nahm das Unternehmen den Bau eines neuen Distributionszentrums in Angriff. „Mobilität von morgen“ ist das Motto der Schaeffler Gruppe. Nicht nur nach außen arbeitet der global tätige Automobil und Industriezulieferer mit Innovationskraft   11.2017 und neuster Technologie, auch innerbetrieblich steht ständige Optimierung auf dem Plan. Das neuste Projekt galt den Logistikaktivitäten in der Sparte „Industrie“. Es wurde die Marktversorgung der Sparte Industrie völlig neu gestaltet, die Lieferkette optimiert und damit die Lieferperformance wesentlich erhöht. Das betroffene Distributionszentrum selbst befindet sich in Carisio, Italien. „Die Aufgabe bestand darin, die Betriebssicherheit eines SAPEWM Systems im Rechenzentrum Herzogenaurach mit den Echtzeit-Anforderungen eines automatisierten Logistiksystems am Standort in Italien zu verbinden“, erläutert Hans-Peter Rösch, Teilprojektleiter Logistische Prozesse und IT der Schaeffler Gruppe. Beide konträren Anforderungen ließen sich mit dem Einsatz eines Materialflussrechners als gekapselte selbständige Einheit elegant lösen. Für die Projektlösung arbeiteten die Unternehmen der Systemintegrator Aberle und Softwarespezialist Sysmat zusammen, um an Schaeffler eine automatisierte Anlage inklusive des grafischen Materialflussrechners zu liefern. Die eingesetzte individuell konfigurierte Software steuert den Materialfluss derart, dass sie der Schaeffler Gruppe reibungslose Abläufe aller Fördertechnikprozesse, Verbesserung „Die Inbetriebnahme wurde wesentlich verkürzt, da die Module bereits getestet in die Phase ‚Integrationstest und Inbetriebnahme‘ einfließen konnten“ des Warenflusses, effiziente Verwaltung der Abläufe oder fahrwegsoptimierte Aus- und Einlagerungen von Regalbediengeräten und Automatikkranen ermöglicht. Zusätzlich reagiert das Programm auf die unterschiedlichen Anlagensituationen. Hinzu kommt die Anlagenvisualisierung, um Störungen schnell zu lokalisieren. Die Anlagenemulation von Sysmat ergänzt die Softwaremodule. Schon während der Implementierung einer solchen Anlage ergänzt das Modul „Anlagenemulation“ die Entwicklungs- und Aufbau-Phase. Es bildet jede Anlage virtuell ab und stellt so für den Anwender die Anlage mit neuer Software bereit, bevor sie „live geht“. Gerade im Zusammenspiel mit SAP und einem Materialflussrechner bietet ein solcher Modus enorme Vorteile. Anwender, die die Technologie einsetzen, können vorab alle Möglichkeiten des Zusammenspiels zwischen Materialflussrechner, SAP und Anlage testen, ohne zeitlich in Verzug zu geraten. Kosteneinsparung dank MFR-Anlagensteuerung Im neu errichteten Distributionszentrum in Carisio übernimmt der grafische Materialflussrechner die Steuerung der Anlage auf der Basis von Transporten aus dem SAP-System. Durch die klare Trennung von Funktionen und Hierarchien nutzen beide Systeme ihre im Standard vorhanden Funktionen. Somit entfallen aufwendige projektspezifische Programmierungen und Tests ebenso wie komplexe Schnittstellen zwischen den Systemen. Der grafische Materialflussrechner steuert beispielsweise ein automatisches Kleinteillager, zwei Sequenzer und Behälterfördertechnik. Warenausgangs- und Wareneingangszone, ein manuelles Palettenlager, Arbeitsplatzdialoge und das Staplerleitsystem werden durch ein SAP Enterprise Warehouse Management gesteuert. In gemeinsamer Zusammenarbeit von SAP und dem grafischen Materialflussrechner werden Lagerprozesse, Dialoge und Materialfluss synchronisiert. Auch im Ablauf selbst sind die beiden Systeme eindeutig getrennt: Während Entladen, Wareneingang und -ausgang, Dekonsolidierung, Versandvorbereitung und Auftragssteuerung via SAP gesteuert sind, erfolgt der Putaway, das Auslagern von Behältern, Behältersequenzierung nach Gewichtsklassen, Andienen und Rücklagern durch den grafischen Materialflussrechner. Der MFR matCONTROL übernimmt die Verwaltung der Lagerfächer für das vierfach tiefe Behälterlager und die Warteschlangenverwaltung, um so eine optimale Auslastung der Anlage zu gewährleisten. SAP kennt die Behälter, die Bestände in den Behältern und sämtliche Artikel- und Kundendaten. Soll ein Behälter eingelagert werden, sendet SAP einen Transport an den MFR und sorgt für Abtransport, Lagerfachsuche und Einlagerung in das viergassige automatische Kleinteillager mit 45 000 Behälterstellplätzen. Die Regale sind für eine zweifach tiefe Lagerung bei großen Behältern oder vierfach tiefe Lagerung bei kleinen Behältern konzipiert. Zur Pufferung vor der Kommissionierung stehen zwei Sequenzer mit insgesamt 1 800 Informationstechnologie p Rainer Schulz Geschäftsführer bei Sysmat. Durch die Emulationsfunktion ist eine Prozess-Schulung der Benutzer direkt am System möglich (Foto: Sysmat)


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