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Lagerlogistik + Materialfluss 45 www.Dhf-magazin.com MAS GO! für die Lager- und Kommissionierprozesse bei MAM Babyartikel mit sich bringt, ist das nun mögliche Multi- Order-Picking für Aufträge mit sehr geringen Stückzahlen, das die Kommissionierleistung in diesem Bereich signifikant verbessert. Mit der Bildung eines konsolidierten Kommissionierauftrags, bestehend aus gleichen Produkten unterschiedlicher Einzelaufträge, reduzieren sich Wegezeiten und die Durchsatzrate steigt. Mussten in der Vergangenheit Kleinstbestellungen etwa von Apotheken oder Hebammen logistisch jeweils als Einzelaufträge behandelt werden, können nun bis zu acht Aufträge gleichzeitig kommissioniert und versendet werden. Für diese Kleinstaufträge beträgt der Fifo-Methode (First in, first out) möglich; vor allem bei den halbjährigen Kollektions beziehungsweise Motivwechseln im Produktsortiment ein wesentlicher Vorteil. Softwareeinführung ohne größeren Schulungsaufwand Darüber hinaus profitiert MAM von einer sehr viel schnelleren Erfassung der Wareneingänge und einer deutlich gestiegenen Transparenz. Denn die österreichische Muttergesellschaft schickt immer eine Packliste, wenn Waren in Richtung Scheeßel verladen werden. „Durch den sofortigen Import dieser Daten in WAMAS GO! wissen wir bereits im Vorfeld schon ganz genau, welche Ware wann bei uns ankommt“, so Martel. „Wenn sie dann da t (v.li.n.re.) Die Kommissionierung erfolgt beim Babyartikel-Hersteller MAM mit Hilfe von mobilen Datenerfassungsgeräten (MDE) vom Typ Datalogic Skorpio X3 (Fotos: SSI Schäfer) Rund 98 Prozent der Bestellungen aus Deutschland sind am nächsten Tag beim Kunden, innerhalb Europas beträgt die durchschnittliche Lieferzeit zwei bis drei Tage Für Kleinstaufträge beträgt die durchschnittliche Bearbeitungszeit fünf bis sechs Minuten pro Kommissionierung, bei Großaufträgen liegt sie bei etwa ein bis zwei Stunden Lagerleiter Karsten Schmidt (l.) und Projektleiter Jan-Niklas Martel sind mit der neuen LVS-Software WAMAS GO! sehr zufrieden die durchschnittliche Bearbeitungszeit fünf bis sechs Minuten pro Kommissionierung, bei Großaufträgen liegt sie bei etwa ein bis zwei Stunden. Das Lager verfügt über insgesamt 2800 Palettenstellplätze, im Schnitt werden 80 bis 100 Aufträge pro Tag verarbeitet. „Zusätzlich sind heute aber zahlreiche neue Funktionen, wie etwa die Chargenerfassung zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, eine sogenannte Schwellwertinventur oder die Einbindung von Nachschubanforderungen, in die Kommissionierung eingebunden.“ Gerade die automatischen Nachschübe sparen sehr viel Zeit ein gegenüber der zuvor praktizierten manuellen Erfassung des Nachschubbedarfs „auf Zuruf“. Heute wird der Nachschub bei Erreichung eines definierten Schwellenwerts automatisch angestoßen. Das führt zum einen zu einer deutlichen Zeitersparnis, weil es durch dieses Vorgehen praktisch keine leeren Kommissionierplätze mehr gibt. Zum anderen ist der Nachschub nun nach ist, starten wir den Wareneingangsprozess, anschließend werden die Daten vollautomatisch auf unsere Scanner übertragen und die Aufträge sukzessive abgearbeitet.“ Durch diesen verbesserten Ablauf spare man pro Wareneingang, in der Regel sind dies zwei in der Woche, etwa drei bis vier Stunden Arbeitszeit ein. Die Transparenz bezogen auf Auftragsstand und Artikelerfassung hat sich ebenfalls deutlich erhöht, denn einfach abrufbare Lagerstatistiken auf der Oberfläche der Scanner sind in der SSI Schäfer Softwarelösung integriert. Dies war in der Vergangenheit so nicht möglich und hat beispielsweise die aufwandsspezifische Einteilung der Kommissionierer immer wieder erschwert. Dabei hielt sich der Schulungsaufwand für die Mitarbeiter im Praxisbetrieb in sehr überschaubaren Grenzen. „Wir haben WAMAS GO! im Training-on-the-Job eingeführt und damit sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Martel. Denn die Oberfläche ist selbsterklärend für den Live-Betrieb angelegt und stellt die Kommissionierer in der Regel vor keine größeren Probleme. Für zukünftige Herausforderungen gut gerüstet „Und auch die Zeit für die Jahresabschlussinventur hat sich aufgrund der unterjährigen Schwellwertinventur heute deutlich reduziert“, so Martel. „In der Vergangenheit haben wir zwei komplette Arbeitstage für unsere Inventur gebraucht, heute geht das innerhalb von wenigen Stunden.“ Außerdem profitiere man von einer hohen Bestandssicherheit. Im Gegensatz zur Vorgängerlösung hat sich darüber hinaus das Handling der insgesamt zwölf mobilen Datenerfassungsgeräte (MDE) vom Typ Datalogic Skorpio X3 wesentlich verbessert. Die Datenverbindung läuft sehr stabil, die Software arbeitet deutlich schneller als die alte, und es kommt zu keinerlei Datenverlust mehr bei einem Ausfall der Geräte. Auch das war bei der Vorgängerlösung keine Selbstverständlichkeit. Was die zukünftigen Herausforderungen des Geschäfts angeht, sieht sich MAM Babyartikel mit der LVS-Lösung von SSI Schäfer ebenfalls gut gerüstet. „Das Online-Geschäft wird weiter stetig wachsen“, sagt Logistikleiter Lüdemann. „Außerdem wandelt sich unsere Kundenstruktur sehr stark weg von den klassischen Fachmärkten, hin in Richtung Großhandel.“ Sollte dieser Trend anhalten, verändere das die Prozesse nachhaltig und müsse in der gesamten IT-Struktur des Unternehmens berücksichtigt werden. Auch Fragen der Ergonomie werden im Lager immer mehr an Bedeutung gewinnen. WAMAS GO! bietet für alle diese Themen eine verlässliche Basis und ist so wichtiger Erfolgsfaktor für MAM Babyartikel in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld. u www.ssi-schaefer.de


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