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26 Lagerlogistik + Materialfluss Hochregallager für die Luftfahrtindustrie Die Anforderungen an die Logistik im Flugzeugbau sind hoch. Für Lieferanten ist deshalb der schnelle und sichere Zugriff auf alle Teile von größter Bedeutung. Diehl Aircabin setzt für effektive Prozesse auf die langjährige Erfahrung des Logistikspezialisten Dambach Lagersysteme, gerade bei Regalbediengeräten und Fördertechnik.   10.2017 t Dambach-Multi RBG mit Übergabestation und Verfahrwagen (Fotos: Dambach) u (li.) Dambach-Fördertechnik für Containertransport u (re.) Container-Aufgabestation mit Zugangsschutz Die Firma Diehl Aircabin in Laupheim im Süden Deutschlands ist ein führender Ausrüster für den Flugzeugbau. Seit Oktober 2008 gehört die Sparte zum Teilkonzern Diehl Aerosystems und ist mit seinen rund 1700 engagierten und hochqualifizierten Mitarbeitern ein weltweit verlässlicher Systempartner für die internationale Luftfahrtindustrie. Das Unternehmen entwickelt und produziert Kabinenwände und Innenverkleidungen für die kommerzielle Flugzeugindustrie. Zu den Kunden zählen unter anderem auch Airbus. Die Anforderungen an die Logistik bei Luftfahrtindustrie-Lieferanten sind vielfältig. Flugzeugkomponenten können klein oder groß, leicht oder schwer, stabil oder zerbrechlich sein, sensitiv zu Umwelteinflüssen oder auch nicht. Hersteller von Flugzeugen verlangen Just-in-time-Lieferung, und Ersatzteile müssen rund um die Uhr verfügbar und abholbereit sein. Ein schneller und sicherer Zugriff auf Teile ist daher von größter Bedeutung. Aufgrund der steigenden Nachfrage plante Diehl ein neues, vollautomatisches Containerlager. Zur Einlagerung von Innenverkleidungen, welche oftmals sehr groß, unhandlich und dabei empfindlich gegen einwirkende Kräfte sind, werden spezielle Luftfahrtcontainer verwendet. Diese Vielzahl der Containergrößen macht die Handhabung auf Fördertechnik und im Lager anspruchsvoll. Kurvengängige Regalbediengeräte für mehrere Lagergassen Überzeugt von dem Konzept der Schnittstellenverringerung und optimalen Abstimmung der Dambach Regalbediengeräte und der dazugehörigen Fördertechnik setzte Diehl dabei vollumfänglich auf das Dambach Produktportfolio. So kamen zwei kurvengängige Regalbediengeräte des Typs Multi und verschiedenste Komponenten der Palettenfördertechnik zum Einsatz. Gemeinsam mit einem Generalunternehmer und Intralogistik-Planer wurden die Anforderungen an Verfügbarkeit und Redundanz analysiert und herausgearbeitet. Gerade die kurvengängigen Regalbediengeräte vom Typ Multi mit ihrer 100-prozentigen Redundanz, flexiblen Gangzuordnung und hohen Zugriffssicherheit erwiesen sich als die optimale Lösung. Durch den Zugang der Multi RBG zu mehreren Lagergassen und daher auf sehr viel mehr Lagerplätze, werden weniger RBGs in Summe benötigt. Dies bildet zudem eine wirtschaftliche Alternative zu konventionellen Regalbediengeräten. Um den geometrischen Anforderungen der Containereinlagerung gerecht zu werden, führte Dambach mittels seines modularen Mastkonzeptes das Multi RBG als Zweimaster aus. Zur Erhöhung der Lagerdichte (Anzahl der Containerstellplätze) werden diese doppelttief eingelagert. Der bei kurvengängigen RBGs notwendige Kopfgang wurde auf beiden Gassenenden installiert, so dass diese auch im Kreis fahren können. Jedes RBG ist mit zwei Teleskopgabeln ausgerüstet, die entweder einen großen Container auf beiden Gabeln oder einen kleinen Container auf nur einer Gabel aufnehmen können. Die Ein- und Auslagerförderstrecken wurden auf beiden Gassenenden installiert, auch im Hinblick auf eine 100-prozentige Redundanz. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von bis zu drei Meter pro Sekunde und einer Hubgeschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde erreicht jedes RBG fast 25 Doppelspiele. Die Übergabe der Container findet im Kopfgang statt, wo das RBG den Container an einen Übergabepuffer abgibt. Zwei Übergabepositionen mit je drei Kettensträngen auf diesem Puffer erlauben ein Doppelspiel von Einlagerung und Auslagerung: Das RBG gibt einen Container an den freien Platz auf der Verschiebeeinheit ab, die Verschiebeeinheit bringt die zweite Übergabeposition vor das RBG, und das RBG nimmt einen neuen Container auf. Diese Anordnung minimiert die Übergabezeiten zum RBG auf ein Minimum und vermeidet Wartezeiten.


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